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Reaktionen zur Bayern-Wahl
Beruhigen bei der CDU, Zittern bei den Liberalen

Annegret Kramp-Karrenbauer, Generalsekretärin 
der CDU
Annegret Kramp-Karrenbauer, Generalsekretärin der CDU FOTO: dpa / Gregor Fischer
Berlin. Von Hagen Strauss

Annegret Kramp-Karrenbauer hatte es gestern Abend eilig. Nur drei Fragen ließ die CDU-Generalsekretärin im Konrad-Adenauer-Haus zu, um pünktlich zur „Berliner Runde“ im Fernsehen zu kommen. Ihre Antworten klangen indes wie abgelesen. Jetzt nur kein weiteres Öl ins bayerische Feuer gießen nach der Wahlschlappe der CSU mit einem historisch schlechten Ergebnis. Doch eine mehr oder minder versteckte Warnung konnte sich Kramp-Karrenbauer nicht verkneifen. Wegen Hessen.

Auf der bescheidenen Wahlparty der CDU schaute man mit bangen Blicken nach München. Zwar standen die Christdemokraten dort selber nicht zur Wahl. Doch nach dem CSU-Absturz werden die nächsten Wochen für Kanzlerin Angela Merkel beileibe nicht einfacher. Denn die Bayern werden versuchen, die Schuld auch in Berlin abzuladen, was wiederum die Groko in neue Turbulenzen stürzen dürfte.

Deswegen mahnte Kramp-Karrenbauer auch „Disziplin auf Bundesebene“ an. Es gehe jetzt nicht „um Abrechnung mit irgendwem“. Also auch nicht mit der Politik der Kanzlerin. Der Grund: In zwei Wochen wird in Hessen gewählt, darauf will die Union nun den Fokus richten. CDU-Amtsinhaber Volker Bouffier hofft, seine schwarz-grüne Koalition fortführen zu können. Streiten sich die Schwestern aber wieder wie die Kesselflicker, dürfte das den Hessen-Wahlkämpfern schaden. Die Frage ist freilich, wie lange Kramp-Karrenbauer den Deckel auf dem Topf halten kann. Denn der Unmut ist groß in der Partei, auch angesichts mieser Umfragen auf Bundesebene.



Kramp-Karrenbauer machte die Streitereien der vergangenen Monate mit verantwortlich für das CSU-Ergebnis, „insbesondere der Tonfall und der Stil“ seien nicht hilfreich gewesen. „Das steht außer Frage.“ Das Ergebnis sei bitter, aber das hätten „die Freunde in Bayern ja selbst so gesagt“, schob sie rasch nach.

Deutlich zufriedener als bei der CDU war man bei der FDP. Nach ersten Ergebnissen schafften die Liberalen knapp den Einzug in den bayerischen Landtag. Dass es eine Zitterpartie wurde, erklärte Parteichef Christian Lindner damit, dass der FDP auf den letzten Metern „das Momentum“ abhandengekommen sei. „Wer aber FDP gewählt hat, der meinte auch FDP. Taktische Wähler haben wir keine bekommen.“