| 23:56 Uhr

Neue Wendung in Rechtsstreit
Baupläne für 3D-Plastikwaffen verkauft

Der Chef der umstrittenen Firma Defense Distributed, Cody Wilson, hält die Plastikwaffe „Liberator“ in die Kamera.
Der Chef der umstrittenen Firma Defense Distributed, Cody Wilson, hält die Plastikwaffe „Liberator“ in die Kamera. FOTO: AP / Eric Gay
Austin. Ein Rechtsstreit um 3D-Plastikwaffen in den USA nimmt eine neue Wendung. Der Hersteller Cody Wilson verkauft die Vorlagen jetzt online, statt sie zum freien Download anzubieten.

(AP) Ein texanisches Unternehmen hat mit dem Verkauf von Bauplänen für Schusswaffen aus Plastik begonnen. Die Vorlagen seien seit dem Morgen über seine Webseite erhältlich und er habe bereits fast 400 Bestellungen bekommen, teilte der Chef der umstrittenen Firma Defense Distributed, Cody Wilson, mit. Die Waffen können nicht von Metalldetektoren erkannt werden. Jeder, der sie haben wolle, könne sie schon für einen Cent kaufen, sagte Wilson. Interessenten sollten selbst einen Preis nennen.

Mit der Ankündigung ignorierte Wilson eine einstweilige Verfügung gegen sein Unternehmen. Ein Bezirksrichter hatte Defense Distributed am Montag verboten, die Waffenbaupläne ins Internet zu stellen. Der Richter folgte den Einsprüchen von 19 US-Staaten und des Hauptstadtbezirks District of Columbia. Diese hatten argumentiert, in 3D-Druckern hergestellte, nicht erkennbare Schusswaffen aus Plastik seien ein Sicherheitsrisiko, weil sie von Kriminellen oder Terroristen genutzt werden könnten. Der Richter erklärte allerdings nicht, ob auch der Verkauf der Baupläne verboten ist.

Genau darin sah Wilson nun seinen Vorteil: Die Vorlagen für die Waffen könnten von seiner Webseite aus auf einen USB-Stick geladen werden oder per Post, E-Mail oder einen anderen sicheren Download an Käufer weitergegeben werden, erklärte er. Einige erste Käufer hätten mit Cryptowährung gezahlt. Mit Blick auf die Entscheidung des Richters sagte Wilson, die Baupläne dürften lediglich nicht auf Plattformen hochgeladen werden. „Ich folge den Anweisungen von gestern, die mich zum Verkauf der Daten anhalten.“ Der Richter sei sehr gnädig gewesen, das schwarz auf weiß festzuhalten.



Der Justizminister des Staates Washington, Bob Ferguson, nannte Wilsons Vorgehen ungesetzlich. Er gehe davon aus, dass die US-Bundesregierung einschreite. „Wenn sie das nicht tut, wird Präsident (Donald) Trump für jeden verantwortlich sein, der durch diese Waffen verletzt oder getötet wird.“

(dpa)