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US-Präsident vor UN-Vollversammlung
Trump droht Nordkorea mit völliger Zerstörung

New York/Washington. Vor der Uno hat der US-Präsident gestern seine bisher schärfste Warnung in Richtung Pjöngjang abgesetzt. Er hofft allerdings, dass ein US-Militäreinsatz nicht notwendig sein wird.

US-Präsident Donald Trump hat seinen ersten Auftritt vor der UN-Vollversammlung für scharfe Drohungen gegen Nordkorea, aber auch den Iran genutzt. Die USA würden den „Schurkenstaat“ Nordkorea „völlig zerstören“, wenn Pjöngjang im Konflikt um sein Raketenprogamm nicht nachgebe, warnte Trump gestern in New York. Den Atomdeal mit dem Iran, den er ebenfalls als „Schurkenstaat“ einstufte, bezeichnete Trump als „Schande“.

Den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un, der Anfang des Monats die bislang gewaltigste Atomwaffe seines Landes hatte testen lassen, nahm Trump persönlich ins Visier: „Raketenmann befindet sich auf einer Selbstmordmission für sich selbst und sein Regime“, sagte Trump. Die nordkoreanische Führung verurteilte er als „verkommenes Regime“.

Es handelte sich um Trumps bisher schärfste Warnung an Nordkorea. Er fügte allerdings hinzu, dass ein US-Militäreinsatz „hoffentlich nicht notwendig sein wird“. Dafür müssten alle Nationen zusammenarbeiten, um die nordkoreanische Regierung zu isolieren, damit sie „ihr feindseliges Verhalten einstellt“.



Der US-Präsident bezeichnete es als „Schandtat“, dass manche Staaten weiterhin Handel mit Nordkorea trieben und es mit Waffen versorgten. „Keine Nation auf der Erde hat ein Interesse daran zu sehen, dass diese Bande von Kriminellen sich mit nuklearen Waffen und Raketen bewaffnet“, sagte er.

Den Iran sieht Trump einer „korrupten Diktatur“ unterworfen. Die dortige Bevölkerung wünsche einen „Wechsel“, sagte der US-Präsident. Über das Atomabkommen sei „noch nicht das letzte Wort gesprochen“. Er ließ offen, ob sein Land an dem Abkommen festhalten oder aussteigen wolle. Eine Entscheidung darüber hatte er kürzlich für Mitte Oktober in Aussicht gestellt.

Trump hatte schon im Wahlkampf seine Ablehnung des Atom-Abkommens mit Teheran hervorgehoben, das unter seinem Vorgänger Barack Obama geschlossen worden war. Der Deal sichert dem Iran eine schrittweise Aufhebung der internationalen Sanktionen im Gegenzug für eine deutliche Einschränkung seines Atomprogramms zu.

Trump erläuterte in seinem UN-Debüt auch seine Vorstellung von einer nationalstaatlich ausgerichteten Weltordnung. In der Außenpolitik werde er sich konsequent am Eigeninteresse der USA orientieren: „So lange ich dieses Amt bekleide, werde ich die Interessen Amerikas vor allen anderen verteidigen.“ Die US-Armee werde unter ihm „stärker denn je“ werden.

Ihm schwebe eine Weltordnung vor, in der selbstbestimmte und starke Staaten im eigenen Interesse zusammenarbeiten. „Indem wir die Verpflichtungen gegenüber unseren Nationen erfüllen, erkennen wir auch an, dass es in aller Interesse ist, eine Zukunft anzustreben, in der alle Nationen souverän, wohlhabend und sicher sein können.“