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Entlassung von Sicherheitsberater John Bolton
Eine Entscheidung Trumps, die aufatmen lässt

 Herrmann Frank
Herrmann Frank FOTO: SZ / Robby Lorenz
John Bolton kenne keinen Konflikt, der sich mit militärischen Mitteln nicht lösen ließe, sagt man in Washington. Ginge es nach Bolton, würden die USA vier Kriege gleichzeitig führen, spöttelte Donald Trump einmal über den Mann, den er als seinen dritten Sicherheitsberater in Folge ins Weiße Haus geholt hatte. Von Frank Herrmann

Bevor er dort einzog, hatte der Hardliner zu einem Präventivschlag gegen Nordkorea geraten, um dessen nukleare Aufrüstung zu stoppen. Über den Regimewechsel, den er in Teheran anpeilte, redete er mit der Selbstgewissheit eines verbohrten Ideologen, als ob das Konzept, mit Waffengewalt den Regimewechsel zu erzwingen, nicht erheblich beigetragen hätte zur Destabilisierung des Nahen Ostens. Dass Bolton im Zentrum amerikanischer Macht nichts mehr zu sagen hat, ist eine Nachricht, die aufatmen lässt. Was der Personalentscheidung an außenpolitischen Taten folgt, bleibt abzuwarten. Trump könnte sich noch im September mit Hassan Ruhani treffen, dem iranischen Präsidenten, der wahrscheinlich nach New York reisen wird, um an der Generaldebatte der Uno teilzunehmen. Mit dem Ausstieg aus dem Atomdeal hat er sich, angetrieben von Betonköpfen wie Bolton, in eine Sackgasse manövriert. Aus der führt nur ein Weg wieder heraus, nämlich der Dialog mit den Iranern.