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Atempause in der Flüchtlingskrise

Die Zahl ankommender Flüchtlinge in Deutschland sinkt deutlich. Zudem werden immer mehr Asylanträge abgearbeitet und mehr abgelehnte Asylbewerber abgeschoben. „Wir haben viel erreicht“, fanden gestern Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und Frank-Jürgen Weise, Chef des Bundesamtes für Migration, vorstellte. Merkur -Korrespondent Hagen Strauß beantwortet die zentralen Fragen zur Asylpolitik: Agentur

Meinung:

Jetzt keine Zeit verlieren

Von Merkur-KorrespondentWerner Kolhoff

Das gegenwärtige Abschwellen des Flüchtlingsstroms gibt der Politik die Chance, sich konzentriert der nächsten Großprobleme zu widmen: Wohnung, Arbeit, Integration. Schnelle Beschlüsse über Sonderprogramme, Unterstützung der Kommunen und begleitende Gesetze sind notwendig. Scheindebatten helfen in dieser Phase nicht viel. So ist es zwar richtig, jenen Zuwanderern, die Jobangebote und Deutschkurse verweigern, kein Daueraufenthaltsrecht zu gewähren. Doch muss es dann auch genug Jobs, Ausbildungsstellen und Sprachkurse geben. Hier ist schlichtweg beides notwendig, Fordern und Fördern. Bei einigermaßen gutem Willen ließe sich so etwas auch beschließen. Viel Zeit hat die Politik nicht. Die nächste Flüchtlingswelle kommt.

Zum Thema:

Auf einen BlickGriechenland hat gestern nach mehreren Tagen Unterbrechung die Abschiebung von Flüchtlingen in die Türkei fortgesetzt. Die meisten der über 200 Abgeschobenen stammen aus Pakistan. Es wird damit gerechnet, dass die Türkei sie in ihre Heimat zurückbringen wird. Zwei Schiffe mit 124 Migranten wurden über die Ägäis, weitere 97 wurden über Land zurückgeschickt. dpa