| 22:01 Uhr

Syrische Rebellen-Enklave
Assads Truppen verdrängen Rebellen in Ost-Ghuta: Hunderte Zivilisten auf der Flucht

Damaskus. Die syrischen Regierungstruppen gewinnen im Kampf mit den Rebellen in Ost-Ghuta zunehmend die Oberhand. Die Armee kontrolliere bereits mehr als ein Viertel der Enklave östlich von Damaskus und stehe drei Kilometer vor den Toren des Hauptortes Duma, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte gestern mit. Hunderte Zivilisten flohen vor den Kämpfen. Die Uno kündigte für heute Hilfslieferungen an. Die Armee habe mehrere Bezirke zurückerobert und rücke „an mehreren Fronten“ auf die Rebellenenklave vor, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana.

Die syrischen Regierungstruppen gewinnen im Kampf mit den Rebellen in Ost-Ghuta zunehmend die Oberhand. Die Armee kontrolliere bereits mehr als ein Viertel der Enklave östlich von Damaskus und stehe drei Kilometer vor den Toren des Hauptortes Duma, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte gestern mit. Hunderte Zivilisten flohen vor den Kämpfen. Die Uno kündigte für heute Hilfslieferungen an. Die Armee habe mehrere Bezirke zurückerobert und rücke „an mehreren Fronten“ auf die Rebellenenklave vor, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana.

Seit Mitte Februar fliegen syrische Regierungstruppen mit russischer Unterstützung heftige Luftangriffe auf die Enklave Ost-Ghuta, wo sich Rebellen seit Jahren gegen die Armee behaupten. Nach Angaben der Beobachtungsstelle wurden dabei bisher mehr als 640 Zivilisten getötet. Seit einigen Tagen läuft eine Bodenoffensive gegen die Rebellen. Trotz einer von Russland Anfang der Woche in Kraft gesetzten täglich fünfstündigen Feuerpause setzte die Armee ihren Vormarsch zuletzt fort.

Laut Beobachtungsstelle flohen rund 2000 Zivilisten aus dem Osten der Enklave vor den Kämpfen in westliche Gebiete in Ost-Ghuta. Die Angaben der Beobachtungsstelle, die sich auf ein Netz von Informanten vor Ort stützt, sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen. Ein AFP-Korrespondent sah gestern hunderte Zivilisten, die aus dem Ort Beit Sawa flüchteten. „Alle sind auf den Straßen. Überall gibt es Zerstörung“, sagte der Bewohner Abu Chalil. „Viele Familien sind unter den Trümmern eingeschlossen, die Rettungskräfte sind überfordert.“



Rund 400 000 Menschen leben in der seit 2013 belagerten Region, sie leiden große Not. Der UN-Sicherheitsrat hatte Ende Februar eine Resolution für eine einmonatige Waffenruhe in Syrien verabschiedet, diese Forderung wurde aber bislang nicht umgesetzt. Der regionale UN-Hilfskoordinator Panos Moumtzis klagte gestern, anstatt der dringend benötigten Atempause für die Menschen in Ost-Ghuta gebe es „mehr Kämpfe, mehr Tote und mehr verstörende Berichte über Hunger und bombardierte Krankenhäuser“.

Die Uno kündigte an, heute werde ein Hilfskonvoi in Ost-Ghuta eintreffen. 46 Lkw mit Lebensmitteln und Medikamenten stünden bereit, teilte das UN-Büro für humanitäre Hilfe (Ocha) mit. Weitere Hilfslieferungen sollen demnach folgen.

Der Westen erhöhte derweil den Druck auf die syrische Regierung und ihre Verbündeten. Die britische Premierministerin Theresa May und US-Präsident Donald Trump machten Syrien und Russland für das „herzzerreißende Leid“ der Menschen in dem umkämpften Gebiet verantwortlich. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron rief seinen iranischen Kollegen Hassan Ruhani auf, den „nötigen Druck“ auf Syriens Machthaber Baschar al-Assad auszuüben, um die „rücksichtslosen“ Angriffe auf Zivilisten in Ost-Ghuta zu beenden.