| 23:20 Uhr

28 Menschen sterben bei Anschlag auf Hotel in Burkina Faso

Ouagadougou. Erst Mali, jetzt Burkina Faso: Terroristen der sunnitischen Al Qaida ermorden in Ouagadougou Hotel- und Restaurantgäste. Sicherheitskräfte bringen mehr als 150 Menschen in Sicherheit. Unter den Toten sind viele Ausländer. Agentur

Bei einem islamistischen Terroranschlag auf ein beliebtes Restaurant und ein Hotel in Burkina Faso sind mindestens 28 Menschen getötet worden. Mehr als 50 weitere wurden bei dem Attentat in der Hauptstadt Ouagadougou teils schwer verletzt, erklärte Präsident Roch Marc Christian Kaboré.

Bei der Erstürmung des von einem Italiener geführten Restaurants und des Hotels durch Sicherheitskräfte am Samstagmorgen wurden 156 Geiseln befreit. Drei Angreifer wurden getötet. Al Qaida im Islamischen Maghreb (AQMI) bekannte sich zu dem Anschlag. Unter den Toten waren zahlreiche Ausländer , darunter mindestens zwei Schweizer, ein Niederländer, ein US-Amerikaner und sechs Kanadier, wie die Außenministerien der Herkunftsländer mitteilten. Französische Medien berichteten zudem von zwei toten Franzosen und einem Portugiesen, der in Frankreich lebte.

In einer Rede an die Nation am Samstagabend sagte Präsident Kaboré, Burkina Faso sei Opfer "barbarischer" Terroranschläge "von unerhörter Feigheit" geworden. "Wir werden siegreich aus dem Krieg hervorgehen, den (die Terroristen ) unserem Volk (. . .)aufzwingen", sagte Kaboré.

Die vermummten Attentäter hatten ihren Angriff am Freitagabend begonnen. Nach bisherigen Erkenntnissen eröffneten sie zunächst das Feuer im Restaurant "Cappuccino" und griffen dann das bei ausländischen Geschäftsleuten und Diplomaten beliebte Hotel "Splendid" an, das mit 147 Zimmern zu den größten der Stadt gehört. Die Angreifer verschanzten sich dort stundenlang, bis örtliche Sicherheitskräfte und französische Truppen das Gebäude am Samstagmorgen stürmten.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon , Frankreichs Präsident François Hollande und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini verurteilten den Anschlag und sagten ihre Unterstützung zu. Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte, die Anschläge zeigten, wie sehr Sicherheit und Stabilität in der Region bedroht seien. "Wir müssen verhindern, dass sich das Krebsgeschwür des Terrorismus weiter in der Sahel-Region und in Westafrika ausbreiten kann", sagte er.