| 23:40 Uhr

Gegen den Begriff „Künstliche Intelligenz“
Wissenschaftlerin gegen Roboter in Menschengestalt

München. Gegen den Begriff der „Künstlichen Intelligenz“ wendet sich die Wiener Wirtschaftsinformatikerin Sarah Spiekermann. „Maschinen sind im menschlichen Sinn nicht intelligent“, sagte die Buchautorin am Wochenende im Interview der „Süddeutschen Zeitung“.

Es handele sich um einen fundamental irreführenden Begriff, der aus Marketinggründen verwendet werde.

„Maschinen haben anders als Menschen keine Sinneseindrücke. Eine Maschine kann nur Daten verarbeiten, die sie vordefiniert als Input bekommt“, sagte die Professorin am Institut für Wirtschaftsinformatik der Wirtschaftsuniversität Wien. „Das ist ein sehr viel begrenzterer Inputraum als die Wahrnehmung der Menschen.“ Spiekermann wandte sich auch gegen eine menschenähnliche Gestaltung von Robotern. Wenn Roboter so ähnlich aussähen oder sprächen wie Menschen, übertrügen Menschen ihre Schemata instinktiv auf die Maschine. „Für mich hat das Bauen von menschenähnlichen Wesen etwas vom Spielen mit Gott“, sagte sie.

(kna)