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Razzien in 33 Ländern
Weltweiter Schlag gegen Doping-Mafia

Rom. Ermittler führen Razzien in 33 Ländern durch, auch Deutschland ist betroffen. Tonnenweise Steroide und gefälschte Medikamente sind beschlagnahmt.

(afp) Bei dem bislang größten internationalen Einsatz gegen die Doping-Mafia haben die Ermittler in 33 Ländern insgesamt 3,8 Millionen Dopingpräparate und gefälschte Medikamente beschlagnahmt, darunter allein über 24 Tonnen Steroidpulver. Insgesamt wurden bei den Razzien unter Federführung Italiens und Griechenlands 234 Menschen festgenommen, wie die europäische Polizeibehörde Europol mitteilte. In Deutschland wurden 463 Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Aktion „Viribus“ fand laut Europol zeitgleich in 23 EU- und zehn anderen Ländern statt, darunter die Schweiz, Kolumbien und die USA. Auch Deutschland war betroffen, doch gab es nach Angaben des Zollkriminalamts in Köln keine Festnahmen.

Die Ermittlungen liefen noch, sagte Sprecherin Ruth Haliti am Dienstag. Detailliertere Angaben zum Kreis der Beschuldigten oder Beteiligten lägen noch nicht vor. Doch hätten sich vergleichbare Ermittlungen zum Thema Steroide in der Vergangenheit hauptsächlich gegen Freizeitsportler gerichtet. Im Profisport würden solche Mittel eigentlich nicht eingesetzt, weil sie sich zu einfach nachweisen ließen.

Bei dem größten Anti-Doping-Einsatz in der Geschichte seien in Europa neun Geheimlabore entdeckt und 17 Gruppen des organisierten Verbrechens ausgehoben worden, teilte die Weltdopingbehörde Wada mit.



An dem von Europol koordinierten Einsatz waren auch Interpol, das Gemeinsame Forschungszentrum der Europäischen Kommission sowie die EU-Betrugsbekämpfungsbehörde Olaf beteiligt. Europol erklärte, in den vergangenen 20 Jahren sei der weltweite Handel mit Anabolika stark angestiegen. Neben professionellen Athleten würden sie zunehmend auch von Fitness-Fanatikern sowie Bodybuildern eingesetzt. Auch Landwirte und Züchter würden vermehrt illegale Hormone ordern.