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Weltkatzentag
Was man über Katzen wissen muss

Die Katze machte sich laut Experten selbst zum Haustier. In deutschen Haushalten leben heute 13,4 Millionen Samtpfoten. Zudem gibt es noch immer Tausende Wildkatzen im Land – doch sie gelten als bedroht.
Die Katze machte sich laut Experten selbst zum Haustier. In deutschen Haushalten leben heute 13,4 Millionen Samtpfoten. Zudem gibt es noch immer Tausende Wildkatzen im Land – doch sie gelten als bedroht. FOTO: dpa / Andreas Arnold
Berlin. Einige Fakten zum Welttag der Miezen: Die Katze ist Deutschlands beliebtestes Haustier. Ihre Zuneigung zum Menschen vererbt sie.

Woher stammt die Liebe der Menschen zur Katze? Warum quillt das Internet über vor Fotos und Videos von Samtpfoten? Einige Antworten zum heutigen Weltkatzentag:

Bester Freund: Die Katze ist mit Abstand das beliebteste Haustier in Deutschland. Rund 13,4 Millionen Samtpfoten lebten nach einer Erhebung des Marktforschungsinstituts Skopos 2017 in der Bundesrepublik. Damit ist im Durchschnitt in rund jedem fünften Haushalt (22 Prozent) auch eine Mieze zu Hause. Nach 16 Jahren summieren sich die Kosten für eine Katze bei guter Pflege nach Berechnungen des Tierschutzbundes auf mindestens 11 000 Euro.



Mamas Liebling: Heute schon mit der Katze rumgeschmust? Die Katze braucht das nicht. Es ist der Mensch, der Sofalöwen schwer widerstehen kann. Für US-Sachbuchautorin Abigail Tucker ist die Erklärung einfach. Hauskatzen wiegen mit vier Kilo so viel wie ein Baby. Dazu kommen große Kulleraugen, Stupsnase und Pausbacken. Das ergibt ein Katzenleben lang das perfekte Kindchenschema. Bei vielen Menschen – vor allem Frauen – löst das Studien zufolge einen Schub des Fürsorge-Hormons Oxytocin aus. Was Katzen bei Erwachsenen bewirken können, nennen Forscher wenig schmeichelhaft „fehlgeleitete Elterninstinkte“.

Haustier mit Historie: Katzen lieb zu gewinnen, ist aus Sicht der Evolutionsgeschichte schizophren. Denn Primaten als Vorfahren der Menschen waren Millionen von Jahren lang Futter für Tiger und Co. Logischer wäre ein respektvoller Abstand zu Hauskatzen, die von der Wildkatzen-Unterart Felis silvestris lybica abstammen – und ihre Reißzähne nicht verloren haben.

Anpassungskünstler: Nach Abigail Tuckers Recherchen sind Katzen die einzigen Haustiere, die sich selbst domestiziert haben. Hatten Großkatzen eine Abneigung gegen die frühe menschliche Zivilisation, schlichen sich die Miniatur-Ausgaben einfach ein. Im alten Ägypten wurden sie im ersten Katzenhype der Weltgeschichte sogar zu Gottheiten. Dabei nutzt die Hauskatze dem Menschen bis heute objektiv wenig: Sie beschützt ihn nicht, gibt weder Fleisch, Milch noch Eier. Und sie maust nur, wenn sie Lust hat. Dafür leisten Katzen viel Anpassung. Obwohl sie untereinander fast nur über Geruchsstoffe kommunizieren, schnurren und maunzen sie in menschlicher Nähe – vermutlich für eine bessere Akzeptanz. Forscher haben herausgefunden, dass „Menschenliebe“ bei Katzen über Gene erblich ist. Sind Kater und Kätzin Menschenfreunde, ist es ihr Nachwuchs auch.

Freiheitsliebe: Katzen sind Tiere mit einem natürlichen Jagdinstinkt, der sich nicht wegzüchten lässt. „Artgerechter ist es deshalb, wenn sie nach draußen können“, sagt Tierärztin Astrid Behr. Das sei aber allein schon mit Blick auf den Straßenverkehr riskant – und schlichtweg nicht möglich, wenn ein Halter im vierten Stock wohne. Doch auch eine Wohnungskatze fühle sich nur wohl, wenn sie jagen könne. Also muss der Mensch Spiele bieten. „Das erfordert dieselbe Zeit wie das Gassi-Gehen mit einem Hund“, ergänzt die Katzen-Expertin Behr.

Mörderisch: Dass freilaufende Katzen Beute machen, gehört zu ihrer Natur. Mäuse zu jagen gilt meist als in Ordnung, bei Vögeln hört für manche Menschen die Freundschaft auf. „Dabei erwischen Katzen ohnehin nur kranke Vögel“, sagt Tierärztin Behr. „Oder Jungvögel, weil die Eltern das Nest unprofessionell in geringer Höhe gebaut haben.“ Unbestritten ist unter Forschern aber auch, dass Katzen für 14 Prozent des Artensterbens auf Inseln verantwortlich sind. Wobei das nicht nur den Miezen anzulasten ist. Es war der Mensch, der sie bis auf die entlegensten Eilande mitnahm.