| 23:14 Uhr

1,8 Millionen Neuinfizierte
UN schlagen Alarm: Kampf gegen Aids weniger erfolgreich

Genf. Die Vereinten Nationen sehen die Ziele beim Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids gefährdet. In 50 Ländern der Welt steige die Zahl der HIV-Neuinfektionen an, warnte der Chef von UNaids, Michel Sidibé, gestern.

„Wir läuten die Alarmglocke.“ Ganze Regionen machten Rückschritte. Die Erfolge bei der Neuinfektion von Kindern seien nicht nachhaltig, die Mittel seien geringer als von vielen Politikern versprochen und zentrale Bevölkerungsgruppen würden ignoriert, sagte Sidibé. In den vergangenen sieben Jahren sei die Zahl der Neuinfektionen um 18 Prozent auf 1,8 Millionen im vergangenen Jahr gesunken. Der Rückgang sei aber nicht schnell genug, um das Ziel von weniger als 500 000 frisch Infizierten bis 2020 zu schaffen.

Gerade in Osteuropa und Zentralasien habe sich die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt, im Nahen Osten und in Nordafrika sei sie um ein Viertel gestiegen. Weltweit hätten sich 2017 rund 1,8 Millionen Menschen neu mit HIV angesteckt. Infiziert waren weltweit ingesamt 36,9 Millionen Menschen. Die meisten davon in Afrika.

In Deutschland sind nach Schätzung der Deutschen Aidshilfe rund 90 000 Menschen mit HIV infiziert. Jährlich steckten sich etwa 3100 neu an. „Die Zahl ist seit zehn Jahren stabil und im internationalen Vergleich eher gering“, sagte Aidshilfe-Sprecher Holger Wicht.