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Umweltschutz zum Trotz
Trotz Kritik an Knallerei: Bürger wollen böllern

 Auch dieser Mann will es richtig krachen lassen.
Auch dieser Mann will es richtig krachen lassen. FOTO: dpa / Moritz Frankenberg
Wiesbaden. Feinstaub? Lärm? Dreck? Viele Bürger wollen sich, der Kritik zum Trotz, das Böllern nicht verbieten lassen. Beim Handel klingeln die Kassen.

(dpa) Trotz der Debatten um Feinstaubbelastung durch Feuerwerk und Böllerverbotszonen in Städten rechnet der Verband der pyrotechnischen Industrie zu diesem Jahreswechsel mit ähnlich viel Umsatz wie im Vorjahr. 133 Millionen Euro wurden demnach vor einem Jahr in Deutschland umgesetzt.

Im vergangenen Jahr wurde sogar eine Rekordmenge von 47 400 Tonnen Feuerwerkskörpern nach Deutschland eingeführt, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt. Die Importe hatten einen Wert von 121 Millionen Euro.

Böllerfans sollten nur Produkte verwenden, die von der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) oder einer anderen offiziellen europäischen Stelle geprüft und zugelassen sind und über das CE-Siegel verfügen. Bei aus dem Ausland eingeschmuggelten Krachern und Raketen ohne Prüfsiegel droht in der Regel mindestens eine empfindliche Geldstrafe. Das BAM empfiehlt bei Raketen einen Sicherheitsabstand von acht Metern, bei kleineren Krachern mindestens einen Meter.



Anwohner sollten vor Silvester rechtzeitig sämtliche Fenster, Dachluken, Balkontüren und Garagentore schließen sowie brennbare Gegenstände vom Balkon entfernen. Für den Notfall sollten Löschmittel wie ein Eimer Wasser bereit gehalten werden.

Wer es krachen lassen möchten, sollte den Neujahrstag besser ohne Auto planen. Denn Alkohol wird unterschiedlich schnell abgebaut. Die Faustformel, nach der ungefähr 0,1 Promille pro Stunde abgebaut werden, sei keine sichere Grundlage, warnt der Auto Club Europa (ACE).

(dpa)