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Harry und Meghan werden Eltern
Ein Hoch auf das „Brexit-Baby“

Seit Monaten wartet das Königreich auf diese Nachricht: Prinz Harry und Herzogin Meghan werden Eltern.
Seit Monaten wartet das Königreich auf diese Nachricht: Prinz Harry und Herzogin Meghan werden Eltern. FOTO: AP / Matt Dunham
London. Meghan Markle ist schwanger. Die Herzogin und der Herzog von Sussex erwarten fünf Monate nach ihrer Hochzeit ihr erstes Kind. Von Katrin Pribyl

Auf die Royals ist Verlass: Während Großbritannien gerade von bedrückenden Brexit-Meldungen überschwemmt wird und die Regierung in Westminster von einer Krise in die nächste schwankt, ist es wieder einmal die Königsfamilie, die für gute Stimmung sorgt: Die Herzogin und der Herzog von Sussex erwarten fünf Monate nach ihrer Hochzeit im Mai ihr erstes Kind und sie seien „hocherfreut“, die Nachricht bekanntzugeben. Das verkündete der Kensington-Palast gestern Morgen, nachdem Meghan Markle und Prinz Harry nur Stunden zuvor im australischen Sydney für ihre erste gemeinsame Auslandsreise gelandet waren. Auch Königin Elisabeth II. sei „entzückt“ über die freudigen Neuigkeiten, genauso wie der Rest der royalen Familie und die Mutter der 37-jährigen Ex-Schauspielerin.

Hach, ein Baby fürs Königreich, ein Königreich für ein Baby. Wieder einmal erfüllt die „Firma Windsor“ ihre Pflicht und beseelt genau zum richtigen Zeitpunkt das Volk. Der Nachwuchs, der nach dem 34-jährigen Prinz Harry auf Nummer sieben der britischen Thronfolge rücken wird, soll im Frühjahr 2019 auf die Welt kommen. „Wann ist Frühling?“, lautete plötzlich eine beliebte Frage auf Google, wie der Konzern bekanntgab. Ja, wann? Schon rätseln Beobachter auf der Insel, ob der Geburtstermin möglicherweise auf den 29. März 2019 fällt. Dann tritt Großbritannien offiziell aus der EU aus und etwas Babyglück dürfte in der in manchen Kreisen herrschenden Bre­xit-Tristesse helfen. In sozialen Medien tauften einige Nutzer den Nachwuchs bereits „Brexit-Baby“, weil es der erste royale Sprössling nach der Scheidung von der EU sein wird.

Bei der Hochzeit von Harrys Cousine Prinzessin Eugenie und Jack Brooksbank am Freitag hatte der weite blaue Mantel bereits wilde Spekulationen über eine mögliche Schwangerschaft ausgelöst. Es war auch der Tag, an dem die beiden der Queen verkündeten, dass sie sich auf ein achtes Enkelkind freuen darf. Vermutlich wartete das Paar mit der Bekanntgabe bis gestern, um nicht von Eugenies großem Tag abzulenken.



Sehr viel länger konnten die künftigen Eltern ihr Glück aber nicht verbergen. Die beliebten Sympathieträger werden von der teils gnadenlosen Presse wie unter einem Brennglas beobachtet. So bemerkten Kommentatoren sofort, als die beiden sich am Montag händchenhaltend in Sydney präsentierten, dass die Herzogin zwei purpurfarbene Ordner vor den Körper hielt – um so ihre kleine Wölbung zu verstecken? Die 37-Jährige habe besonders gestrahlt und geleuchtet, befand der mitreisende Medientross einhellig.

Strahlen dürften auch die Wettanbieter. Während es vorerst das Geheimnis von Meghan und Harry bleibt, ob der Nachwuchs ein Mädchen oder Junge wird, ist wieder die Stunde der Buchmacher gekommen. Die Briten wetten so ziemlich auf alles und vielleicht liegt es an der Zockermentalität, dass die Wettbüros mittlerweile verlässlich in die Zukunft blicken. Die nationalen Wahrsager gaben gestern bekannt, dass Diana, James, Arthur und Victoria als Favoriten für Babynamen gelten.

Die Souvenir-Branche wirft traditionell ebenfalls innerhalb von Minuten die Tassenbedruck-Maschinen an. Geschirrtücher, Schmuck-Teller, Strampler – die Briten sind Könige, wenn es um kitschige Geschenkartikel rund um royale Babys geht. Das hat in den vergangenen Jahren bereits der Souvenir-Hype um den fünf Jahre alten Prinz George, die dreijährige Prinzessin Charlotte und Baby Prinz Louis, die drei Kinder von Prinz William und Herzogin Catherine, gezeigt.

Derweil ließ ein Palastsprecher die aufgeregte Presse wissen, dass sich die Herzogin „guter Gesundheit“ erfreue. Die Frage kam auf, weil die Reise der beiden sie auch in die Commonwealth-Staaten Fidschi und Tonga führt, ausgerechnet also in Gebiete, wo vor dem Zikavirus gewarnt wird. Dieser kann in der Schwangerschaft gefährlich werden. Doch die angehende Mutter habe sich im Vorfeld medizinischen Rat eingeholt, hieß es. Einige Termine wird zudem Prinz Harry alleine durchführen.