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Kampf gegen Ebola in Deutschland

Frankfurt/Main. Der Hilfseinsatz eines Arztes im westafrikanischen Ebola-Gebiet endet für ihn tragisch: Er infiziert sich selbst mit der Krankheit. Deutsche Kollegen wollen ihn retten. Er ist bereits der zweite Patient in Deutschland. Carolin Eckenfels,Bernd Glebe (beide dpa)

Er half im Ebola-Gebiet in Westafrika , nun ist er selbst Patient: Ein mit der gefährlichen Krankheit infizierter Arzt kämpft seit Freitag in der Frankfurter Universitätsklinik gegen das Virus. Er liegt auf einer hermetisch abgeriegelten Isolierstation, wo sich rund um die Uhr Kollegen und Pfleger in Schutzanzügen um ihn kümmern. Bei dem Kranken handelt es sich um einen Arzt, der sich bei seinem Einsatz gegen die hochansteckende Krankheit in Sierra Leone infiziert hat. Der Mann stamme aus Uganda und habe für eine italienische Hilfsorganisation in der Krisenregion gearbeitet, sagte Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU ) in Wiesbaden.

In der Nacht zum Freitag kam der Patient mit einem Ambulanzflug am Frankfurter Flughafen an. "Die Maschine ist um 1.37 Uhr gelandet, bereits um kurz vor 2 Uhr war der Patient in unserem Sondertransportfahrzeug, und um halb drei in der Sonderisolierstation", berichtet der Leiter des Kompetenzzentrums Frankfurt, René Gottschalk.

Der Erkrankte bekomme eine unterstützende Therapie, erläuterten die Ärzte. Die Mediziner versorgen ihren Patienten mit Flüssigkeit und behandeln die Symptome. Im Einsatz sind in den kommenden Tagen acht Ärzte im Schichtdienst und mehrere Pfleger.

Nach den ersten Stunden der Behandlung kann Oberarzt der Infektiologie, Timo Wolf, sagen: "Die Maßnahmen sind bislang reibungslos gelaufen." Der Zustand des Patienten sei derzeit stabil, aber sehr ernst. Die nächsten Tage werden entscheidend sein, sagt er.

Der erkrankte Arzt ist der zweite Ebola-Patient, der in Deutschland behandelt wird. Ende August wurde ein Kranker an die Uniklinik Hamburg-Eppendorf gebracht. Man stehe mit den Kollegen in Kontakt und tausche sich aus, sagt Wolf. Die Bevölkerung müsse sich keine Sorgen machen, sagt Kai Zacharowski, der stellvertretende ärztliche Direktor. Es gebe keine Gefahr für die Bürger.