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Künstler: „Schlimmer“ als eine Verurteilung
Gerichtsverfahren eingestellt: Angeklagter wütend

Hofgeismar. Ein skurriles Ende hat gestern ein Prozess wegen Volksverhetzung in Nordhessen genommen. Das Amtsgericht Hofgeismar stellte das Verfahren kurz vor der Verhandlung ein, der angeklagte Künstler stand schimpfend vor dem Gerichtsgebäude.

Grund der Einstellung: Gegen den Künstler läuft ein schwerwiegenderes Verfahren wegen Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz. Der 47-Jährige hat nämlich auf einem Foto in einem sozialen Netzwerk mit einem mittlerweile beschlagnahmten Sturmgewehr posiert. Eine Attrappe und ein Kunstobjekt sei das gewesen, sagt er. Die Einstellung sei „schlimmer“ als eine Verurteilung, findet der Künstler. Er betreibt die Internetseite „kanacken-sind-untermenschen.de“, um die Zustände in der Gesellschaft zu zeigen, wie er sagt. Gegen einen Strafbefehl wegen Volksverhetzung hatte Klose daher Einspruch eingelegt. Er beruft sich auf die Kunstfreiheit und wollte einen Freispruch vor Gericht. Er bleibe jetzt auf Anwaltskosten sitzen, schimpfte er.