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Frischer Wind im Shooter-Genre

FOTO: EA
Zweibrücken. Oh, wie ist das schön! Zum Einen sei damit die audiovisuelle Präsentation des neuen Battlefield-Ablegers von Electronic Arts und Dice gemeint, zum anderen erfrischt das Erster-Weltkrieg-Szenario nach endlosen futuristischen Ballereien der Battlefield- oder Call of Duty-Serie. Michael Siering

Nun steht es also seit einigen Tagen im Regal: Battlefield 1. Als alter Battlefield-Veteran stürze ich mich natürlich direkt in die Multiplayer-Gefechte und lasse den Singleplayer vorerst links liegen. Bereits bei Battlefield 4 tummelten sich bis zu 64 Spieler online auf den Karten. Neben den klassischen Modi "Team-Deathmatch" oder "Eroberung" gibt es nun erstmals mit "Operationen" einen, an tatsächliche Schlachten des Ersten Weltkriegs angepassten, Multiplayer-Modus. Dieser erstreckt sich dann auch gleich über mehrere Karten und frisst eine Menge an Freizeit. Optisch wirken die Karten grandios, Wetterwechsel und komplett zerstörbare Umgebungen sorgen für Gänsehaut. Neben Fahr-und Flugzeugen stehen dem Spieler auch Pferde zur schnellen Fortbewegung auf der Karte zur Verfügung.
Störend sind aktuell noch die langen Ladezeiten und die immer wieder auftretenden Fehler in der Darstellung der Rundenergebnisse. Im Spiel selbst kommt es manchmal zu kleinen Rucklern, aber so gravierend wie beim Start des hauseigenen Battlefield 4 sind die Mängel diesmal nicht. Ein Day-One-Patch beziehungsweise ein in der vergangenen Woche nachgereichter Patch sorgen für etwas Entspannung. Battlefield-Neulinge fühlen sich sicherlich aufgrund der Masse an freischaltbaren Objekten, Battlepacks und Klassenoptionen leicht überfordert, werden aber über Menütipps sanft an das Thema herangeführt. Veteranen hingegen fühlen sich sofort heimisch und binden dank kostenloser Companion-App alte Spielerlogos ein beziehungsweise können von unterwegs erkennen, ob Freunde online spielen. Außerdem kann sogar die Ausrüstung der eigenen Klassen verändert werden.
Apropos Singleplayer, den gibt es ja auch noch. Bisher konnte man diesen beruhigt ignorieren, lieferten die Programmierer auch immer den selben Einheitsbrei. Diesmal jedoch lohnt der Blick in die Kampagne. Bereits beim ersten Start von Battlefield 1 wird man eiskalt und unvorbereitet auf ein Schlachtfeld geworfen. Sterben ist bei "Stahlgewitter" (so nennt sich der kurze Prolog) unumgänglich. Kurz hält das Spiel darauf inne, um uns die Lebenszeit des jungen, eben gestorbenen Soldaten vor Augen zu führen - nur damit wir kurz darauf wieder auf dem Schlachtfeld landen. Am Ende stehen sich zwei feindliche Soldaten gegenüber. Hier fühlte ich mich an E.M. Remarques "Im Westen nichts Neues" erinnert. Sehr stimmungsvoll.
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Nach dieser kurzen aber heftigen Einführung beginne ich als britischer Panzerpilot eines Mark V Panzers und versuche, mir meine Sporen zu verdienen. Später wechsele ich noch zum Piloten oder Wüstenkämpfer. Zirka acht Stunden hält die Kampagne bei Laune, dann ist Schluss. Es bleibt das eigentliche Kernstück von Battlefield 1, der Multiplayer. Über einen angebotenen Season-Pass werden im kommenden Jahr neue Karten und Armeen nachgereicht.

Battlefield 1 ist endlich mal wieder eine Perle im Shooterbereich und durchbricht die Phalanx ausgelutschter Science-Fiction-Szenarien. Das Spiel ist für Xbox One, Playstation 4 und PC ab zirka 49 Euro erhältlich.
Spielwertung (Schulnote): 1-

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