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Königin ohne Skandale
Die königliche Anpackerin

Sie ist eine leidenschaftliche Kämpferin, vor allem wenn es um ihre krisengeschüttelte Familie geht: Das Bild zeigt Sofía im September 2013, damals noch als Königin, auf dem Weg zu ihrem Mann im Krankenhaus.
Sie ist eine leidenschaftliche Kämpferin, vor allem wenn es um ihre krisengeschüttelte Familie geht: Das Bild zeigt Sofía im September 2013, damals noch als Königin, auf dem Weg zu ihrem Mann im Krankenhaus. FOTO: dpa / Emilio Naranjo
Madrid. Die spanische Ex-Königin Sofía ist ihrer Familie immer noch eine Stütze. Heute wird die Urenkelin des letzten deutschen Kaisers 80 Jahre alt. Von Sofie Czilwik und Emilio Rappold dpa

Mit einer gelben Mülltüte ausgestattet bückt sich Königin Sofía von Spanien am Strand auf Menorca. Mit bloßer Hand sammelt sie im eleganten hellblauen Blazer ein Stück Plastik auf. Ende September war die frühere Monarchin eine von 2000 Freiwilligen, die die Strände Spaniens von Unrat befreiten. Auch im Ruhestand bleibt Sofía eine Frau, die „anpackt“. Ihren 80. Geburtstag will die Ex-Königin heute mit ihrer Familie und etwa 50 Gästen in der Königsresidenz Palacio de La Zarzuela feiern. Die Mutter von König Felipe VI. (50) unterstützt mit ihrer Stiftung „Fundación Reina Sofía“ neben zahlreichen Umweltprogrammen auch Projekte in den Bereichen Gesundheit, Frauen, Landwirtschaft, Tiere und Bildung.

Fast vier Jahrzehnte diente Sofía als Königin an der Seite von König Juan Carlos (80). Auch nach der Abdankung ihres von Affären und gesundheitlichen Problemen gebeutelten Gatten im Juni 2014 setzte sie ihre Prioritäten weiter auf das Land und ihre Familie. Auch wenn letztere seit einigen Jahren kaum aus den Negativ-Schlagzeilen herauskommt. Diejenigen, die sie näher kennen, wundern sich nicht. „Sofía ist eine leidenschaftliche Kämpferin“, sagte Königin Noor von Jordanien. Sofía trägt mittlerweile den Titel „Reina emerita“ (emeritierte Königin).

Geboren 1938 in der Nähe von Athen, wuchs die erste Tochter von Paul I. von Griechenland und Friederike von Hannover während des Zweiten Weltkriegs in Ägypten und Südafrika auf. In Deutschland ging die Urenkelin des letzten deutschen Kaisers auf das Eliteinternat Salem. Sie studierte in Athen Musik und Archäologie. Später sollte sie Wert darauf legen, dass ihre drei Kinder ebenfalls eine umfassende Bildung genießen. Ihre beiden Töchter, Elena (54) und Cristina (53), waren die ersten Mitglieder der Casa Real mit einem Universitätsabschluss.



Ihren Ehemann Juan Carlos traf sie 1954 bei einer Kreuzfahrt auf der Ägäis. Acht Jahre später heirateten sie. In Spanien wurde die damals 24-Jährige keineswegs mit offenen Armen empfangen. Mit ihrem Pflichtbewusstsein gegenüber ihrer Rolle als Königin und der bedingungslosen Loyalität zu ihrer Familie erarbeitete sie sich nach und nach den Respekt des spanischen Volkes.

 Der Abstieg der spanischen Royals begann mit der Elefantenjagd ihres Ehemannes im Jahr 2012. Diese erregte auch international so viel Aufsehen, dass sich Juan Carlos schließlich entschuldigen musste. Es folgten Korruptionsfälle in der direkten Verwandtschaft. Ein Schwiegersohn Sofías, Cristinas Ehemann Iñaki Urdangarin, sitzt wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder im Gefängnis.

Sofía hielt ihrer Familie ungeachtet aller Probleme aber weiter die Treue. Gerüchten über ein Zerwürfnis mit ihrer Schwiegertochter und amtierenden Königin Letizia versucht das Königshaus mit allen möglichen öffentlichkeitswirksamen Auftritten entgegenzuwirken.

Als Königin in offizieller Mission: König Juan Carlos von Spanien hält 1975 im Beisein von Sofía seine Thronrede im Ständeparlament.
Als Königin in offizieller Mission: König Juan Carlos von Spanien hält 1975 im Beisein von Sofía seine Thronrede im Ständeparlament. FOTO: dpa / -