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Spanischer Billigwein als feiner französicher Tropfen verkauft
Ermittler stoppen Riesen-Betrug mit Roséwein

aris. Französische Betrugsermittler haben einen groß angelegten Etikettenschwindel bei Roséwein aufgedeckt: Rund zehn Millionen Flaschen Wein aus Spanien wurden als französischer Wein verkauft, um höhere Preise zu erzielen.

Das geht aus einem gestern bekannt gewordenen Bericht des Pariser Wirtschaftsministeriums hervor.

„Produziert in Frankreich“ oder „Abgefüllt in Frankreich“ hieß es demnach auf den Etiketten – nur im Kleingedruckten auf der Flaschen-Rückseite sei von „Wein aus Spanien“ oder „Wein aus der Europäischen Union“ die Rede gewesen. Insgesamt wurden so in den Jahren 2016 und 2017 mehr als 70 000 Hektoliter spanischer Billigwein nachträglich geadelt. Es sei Betrug bei vier Großhändlern festgestellt worden, sagte ein Behördenvertreter. Nun laufen Justizverfahren insbesondere wegen Täuschung und irreführender Geschäftspraxis – dafür drohen in Frankreich bis zu zwei Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu zehn Prozent des durchschnittlichen Jahresumsatzes.