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Report der DKV
Deutsche achten weniger auf ihre Gesundheit

Berlin. Ein Großteil der Deutschen bewegt sich kaum. Auch die Ernährung ist vielfach ungesund. Gerade mal knapp neun Prozent sagen, dass sie „rundum gesund“ lebten.

(epd) Die Deutsche Krankenversicherung (DKV) warnt vor zunehmendem Bewegungsmangel in Deutschland. Nicht einmal jeder zweite Bundesbürger bewege sich noch ausreichend, heißt es in dem gestern veröffentlichen DKV-Report 2018 „Wie gesund lebt Deutschland?“. So würden aktuell nur noch 43 Prozent die Mindestaktivitätsempfehlungen durch körperliche Aktivität während der Arbeit, dem Transport und in der Freizeit erreichen. Im Jahr 2010 seien es dagegen noch 60 Prozent gewesen.

Für ihren neuen Gesundheitsreport hat die private Krankenversicherung mit dem Zentrum für Gesundheit durch Sport und Bewegung der Deutschen Sporthochschule Köln zusammengearbeitet. Diese hatte im März bundesweit rund 2885 repräsentativ ausgewählte Menschen interviewt. Gefragt wurde unter anderem nach den Selbsteinschätzungen der Teilnehmer zum Gesundheitszustand, körperlicher Aktivität, Ernährungsverhalten, Alkohol- und Nikotinkonsum sowie dem Umgang mit Stress.

In Sachen Gesundheit ist der Lebensstil der Deutschen demnach auf sein bislang niedrigstes Niveau gefallen. So würden nur knapp neun Prozent der Bundesbürger (2010: 14 Prozent) ein „rundum gesundes Leben“ führen, betonten die Experten. Dabei würden heute Frauen mit elf Prozent häufiger einem gesunden Lebensstil nachgehen als Männer mit acht Prozent.



Ältere Menschen pflegten insgesamt einen gesünderen Lebensstil als jüngere Menschen, sagte der Leiter des Zentrums für Gesundheit durch Sport und Bewegung der Deutschen Sporthochschule Köln, Ingo Froböse. So liege der Anteil bei den 18- bis 29-Jährigen sowie den 30- bis 45-Jährigen beim gesunden Lebensstil bei jeweils fünf Prozent. Bei den 46- bis 65-Jährigen pflegten elf Prozent sowie bei den über 65-Jährigen 14 Prozent eine gesündere Lebensweise. Insgesamt stuften 61 Prozent der befragten Menschen in Deutschland rein subjektiv ihren Gesundheitszustand als gut oder sogar sehr gut ein, betonte DKV-Vorstandsvorsitzender Clemens Muth.

Weiter ergab die Umfrage, dass knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) sich gesund ernährt. Der Alkoholkonsum sei auf einem ähnlichen Niveau geblieben – 18 Prozent der Befragten trinken zu viel Alkohol. Die Zahl der Raucher habe dagegen weiter abgenommen: nur noch 21 Prozent greifen zur Zigarette (2010: 25 Prozent). Zudem gaben 57 Prozent der Befragten an, gut mit Stress umgehen zu können.

Das Hauptproblem beim ungesunden Lebensstil sei der Bewegungsmangel. Die Deutschen verbringen den Angaben zufolge mittlerweile im Durchschnitt 7,5 Stunden täglich im Sitzen. Fernsehen, Arbeit, Freizeit, Computer und Transport seien die häufigsten Gründe für lange Sitzzeiten.

Als Gegenmaßnahmen im Arbeitsalltag warb der DKV-Vorstandsvorsitzende Muth dafür, Arbeitstreffen mit Kollegen häufiger im Stehen abzuhalten sowie bevorzugt die Treppe statt den Fahrstuhl zu benutzen.

(epd)