| 23:38 Uhr

Tödliche Infusion
Australier (104) hat in der Schweiz Sterbehilfe erhalten

Basel. Der 104 Jahre alte Australier David Goodall ist tot. Der Wissenschaftler habe gestern in Anwesenheit mehrerer Enkelkinder eine tödliche Infusion erhalten und sei kurze Zeit später gestorben, teilte ein Sprecher der Schweizer Sterbehilfeorganisation Exit mit. „Er war ruhig und gelassen. Er wollte, dass alles so schnell wie möglich geht“, sagte der Sprecher weiter. Begleitend zur Infusion sei auf den Wunsch des Sterbenden die 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven aufgelegt worden.

Der 104 Jahre alte Australier David Goodall ist tot. Der Wissenschaftler habe gestern in Anwesenheit mehrerer Enkelkinder eine tödliche Infusion erhalten und sei kurze Zeit später gestorben, teilte ein Sprecher der Schweizer Sterbehilfeorganisation Exit mit. „Er war ruhig und gelassen. Er wollte, dass alles so schnell wie möglich geht“, sagte der Sprecher weiter. Begleitend zur Infusion sei auf den Wunsch des Sterbenden die 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven aufgelegt worden.

Goodall wollte wegen seiner Altersgebrechen nicht mehr länger leben und war in die Schweiz gereist, wo Sterbehilfe erlaubt ist. Es gibt in dem Land etwa zehn Vereine, die Sterbebegleiter stellen. In Deutschland ist Sterbehilfe hingegen verboten.

Goodall war seit 20 Jahren Mitglied einer Sterbehilfeorganisation. Laut Exit wollte er, dass seine Asche verstreut wird. Er wolle kein Begräbnis oder irgendeine Zeremonie. Der 104-Jährige glaube nicht an ein Leben nach dem Tod.



Einen Tag vor seinem Tod hatte Goodall in einer Pressekonferenz noch einmal seine Beweggründe geschildert. „Ich will nicht mehr länger leben. Ich verliere mein Augenlicht und mein Gehör“, sagte Goodall, der geistig klar wirkte. Die letzten Tage habe er mit Verwandten verbracht. Niemand aus seiner Familie habe ihn abhalten wollen.