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25 Tote bei Zugunglück in den USA: Lokführer missachtete Haltesignal

Los Angeles. Das verheerende Zugunglück nahe Los Angeles mit mindestens 25 Toten ist möglicherweise durch einen fatalen Fehler des Lokführers verursacht worden. Der Mitarbeiter habe ein rotes Haltesignal überfahren, sagte die Sprecherin der Metrolink-Bahngesellschaft, Denise Tyrrell, nach einem Bericht der "Los Angeles Times" von gestern

Los Angeles. Das verheerende Zugunglück nahe Los Angeles mit mindestens 25 Toten ist möglicherweise durch einen fatalen Fehler des Lokführers verursacht worden. Der Mitarbeiter habe ein rotes Haltesignal überfahren, sagte die Sprecherin der Metrolink-Bahngesellschaft, Denise Tyrrell, nach einem Bericht der "Los Angeles Times" von gestern. "Wir wollen aufrichtig sein", betonte sie. "Hätte der Techniker das Signal beachtet, wäre der Unfall nicht passiert." Bei dem Unglück - dem schwersten in den USA seit 15 Jahren - wurden etwa 135 Menschen verletzt, 40 davon waren in kritischem Zustand. Eine große Eisenbahnergewerkschaft kritisierte die Schuldzuweisung als vorschnell. "Die Signale haben vielleicht nicht richtig funktioniert", sagte ein Sprecher. Möglicherweise habe der Lokführer auch eine Herzattacke oder einen Schlaganfall erlitten. Arnold Schwarzenegger, Gouverneur von Kalifornien, sagte, die Untersuchungen dauerten noch an, es könne sich auch um einen Computer- oder anderen technischen Fehler handeln. Wie es hieß, kam der Metrolink-Mitarbeiter bei dem Unfall selbst ums Leben. Die Einsatzkräfte beendeten in der Nacht zum Sonntag die Bergungsarbeiten. Der Metrolink-Pendlerzug war am Freitagnachmittag (Ortszeit) mit etwa 225 Fahrgästen - die meisten von ihnen Berufspendler auf dem Weg ins Wochenende - frontal mit einem entgegenkommenden Güterzug zusammengestoßen. Dabei verkeilte sich die Lok des Güterzuges in die Metrolink-Bahn. Beide Züge entgleisten, einer der drei Doppelstock-Waggons des Pendlerzuges stürzte um. Eintreffenden Helfern und Feuerwehrleuten bot sich ein Bild des Grauens. Es war das schlimmste Zugunglück in Südkalifornien seit mehr als 50 Jahren. dpa