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Italien und die Folgen
Wunderbares Europa

Die EU hat sich auf ihrer Facebook-Seite offiziell über die antieuropäische Linie der neuen italienischen Regierung gewundert. Die Erklärung, in 28 Sprachen verfügbar (dank Billig-Übersetzern aus Südeuropa), steht nun als oberster Eintrag direkt neben dem EU-Profilbild. Von Fatima Abbas

Das zeigt einen Griechen in Lumpen, der den Euro anbetet (Untertitel: „Nimm das, Pleite-Grieche! Gezeichnet: EU“). „Wir bedauern, dass sich Italien trotz der soliden wirtschaftlichen Entwicklung, der niedrigen Jugendarbeitslosigkeit und der fairen Vereinbarung bei der Flüchtlingsverteilung so entschieden hat.“ Dabei habe die EU alles, ja wirklich alles für das Land getan. 28 Heul-Smileys.

Die Kommentarspalte füllte sich rasch mit konstruktiven Beiträgen von EU-Unterstützern: „Das WM-Aus geschieht euch recht“, „Ihr seid nur ein Pizza-Lieferant“, „Imma jamern aba dan den gansen Tag auf der faullen Haut hocken. Gehd mall zur Schule, ihr Spackos!“, „Die Deutschen müssen immer blechen“, „Unter Mussolini war alles besser“. Mustergültig verteilte die EU eifrig Likes und Tränen-Selbstmitleids-Smileys. Gelebte Solidarität. Der Traum von Europa.