Wir möchten auf unserer Webseite Cookies und pseudonyme Analysetechniken auch unserer Dienstleister verwenden, um diesen Internetauftritt möglichst benutzerfreundlich zu gestalten.

Außerdem möchten wir und unsere Dienstleister damit die Besuche auf unserer Webseite auswerten (Webtracking), um unsere Webseite optimal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen und um Ihnen auf unserer Webseite sowie auch auf Webseiten in verbundenen Werbenetzwerken möglichst interessante Angebote anzeigen zu können (Retargeting).

Wenn Sie dieses Banner anklicken bzw. bestätigen, erklären Sie sich damit jederzeit widerruflich einverstanden (Art. 6 Abs.1 a DSGVO).

Weitere Informationen, auch zu Ihrem jederzeitigen Widerrufsrecht, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.

| 23:44 Uhr

Berliner Notizen
Von neuen Frisuren und Egoisten

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Olaf Gutting, CDU-Abgeordneter aus Bruchsal, ist über Nacht berühmt geworden. Sein Tweet zum Groko-Ergebnis: „Puuuh! Wir haben wenigstens noch das Kanzleramt!“ ging über jeden Sender. Der Satz sei ihm als erstes durch den Kopf gegangen, ließ Gutting danach wissen. Jetzt scheint ihm die Sache aber unangenehm geworden zu sein. „Ziemlicher Hype um einen Tweet der ironisch eine Niederlage kommentiert, (...) was mir echt zu denken gibt“, twitterte er. Oder hat ihm jemand den Kopf gewaschen? Von Hagen Strauss

Olaf Gutting, CDU-Abgeordneter aus Bruchsal, ist über Nacht berühmt geworden. Sein Tweet zum Groko-Ergebnis: „Puuuh! Wir haben wenigstens noch das Kanzleramt!“ ging über jeden Sender. Der Satz sei ihm als erstes durch den Kopf gegangen, ließ Gutting danach wissen. Jetzt scheint ihm die Sache aber unangenehm geworden zu sein. „Ziemlicher Hype um einen Tweet der ironisch eine Niederlage kommentiert, (. . .) was mir echt zu denken gibt“, twitterte er. Oder hat ihm jemand den Kopf gewaschen?

Eine Zeichen dafür, dass sich was verändert, ist, wenn sich was verändert. Bei Eva Högl, SPD-Frau, war das jetzt zu sehen. Kaum hieß es, die Berlinerin könnte neue Arbeits- oder Justizministerin werden, ergriff sie die Initiative – und ließ sich eine andere, noch flottere Frisur verpassen. Nun schweigt auch Högl eisern, ob sie Ressortchefin wird. Aber weil man in Berlin ja auf jedes Detail achten muss, kann der Gang zum Stylisten ein Indiz dafür sein. Alles neu macht halt nicht nur der Mai, sondern auch die Groko.

Dass Verhandlungen über eine Groko stressig sind, sah man an den müden Augen der Verhandler von Union und SPD. Da brauchten einige zwischendurch mal eine Auszeit. Unterhändler der CSU, vorneweg die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, sahen sich deshalb in einem Berliner Kino den Film „Am seidenen Faden“ an. Ob der nun die richtige Ablenkung gewesen ist? Wohl kaum. Denn der Film ist ein opulentes Psychodrama – wie die Groko-Gespräche auch. Vom Regen in Traufe.

Ralf Stegner ist eine Bank. Wenn man sich aufregen will, muss man nur die Tweets des SPD-Vize lesen. Stegner liebt die kleinen Seitenhiebe oder bärbeißigen Urteile. Oft gibt er am Morgen auch einen Musiktipp, damit man gut durch den Tag kommt. Am Freitag, nachdem Sigmar Gabriel die SPD-Führung attackiert hatte, twitterte er: „Mein Musiktipp für Euch da draußen im digitalen Orbit und zu mancher Debatte, über die man nur mit dem Kopf schütteln kann, ist von Falco – Egoist.“