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Glosse
Trinken ist das elfte Gebot

Früher tranken Menschen, wenn sie Durst hatten. Aber diese Zeiten sind hinweggeschwemmt vom neuen elften Gebot: Du sollst viel trinken. Das hilft angeblich gegen alles, vor allem gegen Krankheiten. Aber meist bleibt dem Vielwassertrinker oder Vielteetrinker gar keine Zeit, um über seinen Gesundheitszustand länger nachzudenken.

Weil er ständig zur Toilette rennen muss.

Das könnte Wasser auf die Mühlen von Verschwörungstheoretikern sein: Sollen Menschen nur so viel trinken, damit sie durch ihre Toilettengänge von wichtigen Entscheidungen ausgeschlossen bleiben? Gerade die normalerweise gesundheitsbewussteren Frauen könnten hier zu Recht eine Verschwörung wittern. Müssen sie doch vor öffentlichen Toiletten auch noch viel länger Schlange stehen. Das schränkt ihre gesellschaftliche Teilhabe zusätzlich ein. Männer versuchen eher den Kompromiss: Sie trinken viel, aber meist kein Wasser. Natürlich lassen sich diese Theorien entkräften oder zumindest verwässern, dazu nähert sich dem Hirn der Glossenschreiberin gerade ein nobelpreiswürdiger Gedanke. Aber leider wird sie unterbrochen, denn sie hat zu viel getrunken.