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Kommentar Truppenabzug
Die nächste Erpressung

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Kurz vor Trumps Europareise hat dessen verlängerter Arm in Deutschland wieder die Keule rausgeholt. Unverhohlen droht Botschafter Grenell mit dem Abzug der US-Truppen und ihrer Verlegung nach Polen, falls die Bundesregierung bei der Erhöhung des Wehretats nicht endlich spurt. Von Hagen Strauss

Trump selbst hat dies auch schon getan. Eine Baustelle mehr für die neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer.

An den undiplomatischen Stil des US-Boys hat man sich in Berlin gewöhnt. Denn es ist nicht das erste Mal, dass Grenell seinen Job als Botschafter missversteht. Mal geht es gegen Wirtschaftsminister Altmaier und eine Einbindung der Chinesen beim 5G-Netzausbau, mal gegen deutsche Unternehmen und deren Beteiligung an der Ostseepipeline. Und immer gegen die Regierung, wenn es um den Wehretat geht. Die Art, wie die US-Regierung den deutschen „Partner“ auch diesmal daran erinnert, hat etwas von Erpressung. So geht man mit Verbündeten nicht um. Oder muss man bereits sagen: Ex-Verbündeten?