| 21:26 Uhr

Vor deutschen Haustüren
Sternsinger und Synergien

Vor Deutschlands Haustüren geht es turbulent zu. Erst stand Weihnachten vor der Tür, dann das neue Jahr. Und heute könnte es ein Sternsinger sein.

Laut einer YouGov-Umfrage erreichen die sammelnden Kinder aber nur noch 18 Prozent der Deutschen. Der Rest ist vermutlich nicht zu Hause, mit dem Smartphone beschäftigt, fürchtet den Gerichtsvollzieher oder vorzeitig heimkehrenden Ehepartner. Oder er ist anders konditioniert. Schließlich erwarten die meisten, dass ihnen Päckchen gebracht werden oder sie eines für Nachbarn entgegennehmen müssen. Und Sternsinger, die erkennbar nicht im Internet bestellt wurden, fallen da einfach durchs Raster.

Vielleicht würde es den Kindern helfen, von den Strom- und Wasserablesern zu lernen. Die kommen stets während der Arbeitszeit aller Bewohner, kündigen das aber vorher an und drohen im Verweigerungsfall damit wiederzukommen. Fragt sich natürlich, warum in unserer hocheffizienten Zeit keine Synergieeffekte genutzt werden: Der Paketbote erhält den Schlüssel, liest die Zähler ab, putzt ein wenig – und drückt dem Sternsinger als Spende das Paket für die Nachbarn in die Hand.