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Fall Khashoggi
Die Äußerungen lassen tief blicken

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Donald Trump ist wohl einer der schlechtesten Präsidenten, was eine gute Vertuschung seiner Gedanken angeht. Einmal mehr hat er – wie so oft dank seines schnellen Mundwerks ungewollt – durchblicken lassen, was er vom Fall Khashoggi wirklich hält. Von Friedemann Diederichs

Bekannt ist ja, dass er Journalisten im Allgemeinen und die „Washington Post“ – für die der Getötete gearbeitet hat – im Besonderen hasst. Und nun sprach Trump von einem „sehr schlechten Konzept“ beim mutmaßlichen Ermordungsplan. Was klar den Eindruck erweckt: Der US-Präsident kritisiert mehr die Planung und Umsetzung als die Tat selbst. Das bisschen Strafe, das er nun durch das Außenministerium verkündet hat, kann diesen Eindruck kaum überdecken. Am 100-Milliarden-Dollar-Waffendeal will Trump nämlich nicht rütteln. Dafür hat es jetzt aber offenbar einen Visa-Entzug für jene gegeben, die für den Mord direkt verantwortlich sein sollen. Ein Einsetzen für Menschenrechte oder die freie Presse sieht jedoch ganz anders aus.