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Soldaten verdienen Respekt

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die Deutschen haben ein reserviertes Verhältnis zu ihrer Armee. Die Lehren aus der grauenvollen Geschichte mögen ein nachvollziehbarer Grund dafür sein. Die Komplexität der Auslandseinsätze, an denen deutsche Soldaten heute beteiligt sind, ist zudem Wasser auf die Mühlen vieler Skeptiker. Von Iris Neu-Michalik

Sich herauszuhalten aus den globalen Konflikten, scheint dem Gros der Bundesbürger der sicherste Weg, mit sich und der Gesellschaft im Reinen zu sein. Ein großer Irrtum. Wie sagte doch Dietrich Bonhoeffer: „Schweigen im Angesicht des Bösen ist selbst böse. Nicht handeln ist handeln.“ Nicht zu vergessen: Auschwitz wurde von (russischen) Soldaten befreit. In Afghanistan flehten Teile der Bevölkerung deutsche und amerikanische Soldaten vor ihrem Abzug an, zu bleiben und für ihren Schutz zu sorgen. Schutzlosigkeit ist übrigens der Fluchtgrund schlechthin. Diese Einsicht fehlt weitgehend. Dass deutsche Soldaten heute solche Einsätze leisten, sollte ihnen daher hierzulande höchsten Respekt einbringen.