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Berliner Notizen
Liebeserklärung und Hammelsprung

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Horst Seehofer,  so könnte man meinen, hat sich neu verliebt. Und zwar ausgerechnet in die Kanzlerin, die er doch eigentlich immer so gerne attackiert. Jedenfalls äußerte sich der CSU-Chef in dieser Woche so säuselnd über Angela Merkel, dass einem schon komisch werden konnte.

Und auf die Frage, mit wem er in den letzten zehn Jahren mehr geredet habe, mit seiner Ehefrau Karin oder der Kanzlerin, antwortete Seehofer sogar: „Das ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen.“ Ausgang wohl offen.

Es ist ein Kreuz mit den Etiketten. Julia Klöckner kann ein Lied davon singen. Immer noch muss die Ernährungsministerin lesen, dass sie vor Urzeiten mal Weinkönigin gewesen ist. Und das oft mit einem merkwürdigen Unterton. Klöckner kann das gar nicht haben. Jetzt drückte ihr die „Süddeutsche“ noch einen Stempel auf: Klöckner, „ehemalige Tischtennisspielerin“, schrieb das Blatt. Auf Twitter reagierte die Ministerin so: „Danke für Ihren Humor – ich hätte noch Führerschein anzubieten.“



Justizministerin Katarina Barley legte sich am Donnerstag bei der Brexit-Debatte im Bundestag mit den Herren der Schöpfung an. Barley meinte, die männlichen Bexit-Befürworter hätten sich vom Acker gemacht. „Wie immer, die Männer haben den Unfug angerichtet, und die Frauen müssen aufräumen“, so die Ministerin. Also in dem Fall Theresa May. „Oh, Aufruhr bei den Männern im Parlament“, schob Barley nach. „Ich bitte, das zu Protokoll zu nehmen.“ Ist geschehen.

Mit einem Hammelsprung wollte  die AfD-Fraktion am Freitag die anderen Fraktionen aufscheuchen und eine angeblich schlechte Präsenz von Mitgliedern im Bundestag vorführen. Beim Hammelsprung wird festgestellt, ob genügend Parlamentarier im Saal sind. Die Abgeordneten müssen den Saal verlassen und durch Türen wieder hereinkommen, die mit ja, nein und Enthaltung beschriftet sind. Ergebnis: Das Quorum von 355 der 709 anwesenden Abgeordneten wurde  mühelos erreicht. Obwohl dabei 92 Abgeordnete fehlten: nämlich die der AfD.