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Berliner Notizen
Profis und Wahlschlappen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Der Deutsche Bundestag bleibt ein Besuchermagnet. Die jüngsten Zahlen belegen dies. Insgesamt 2 254 237 Gäste empfing der Besucherdienst im vergangenen Jahr. Von Hagen Strauss

455 867 Informationsvorträge wurden gehalten, 50 078 Bürger verfolgten eine Plenarsitzung. Respekt. Auch unzählige Souvenirs wie Kaffeebecher, Fahrradklingeln oder Kappen mit der Aufschrift „Oppositionsführer“ gingen über die Bundestags-Ladentheke. Von wegen das Parlament in der Krise.

Anders freilich die CSU. In den Umfragen geht es bergab, das Führungspersonal ist sich nicht grün, und alles dreht sich bei den Christsozialen nur um Asyl und Flüchtlinge. So wird man die absolute Mehrheit bei der Landtagswahl im Oktober nicht verteidigen. Derzeit kann man im CSU-Shop übrigens eine „Powerbank Markus Söder“ für 12,50 Euro kaufen, und zum selben Preis CSU-Badesandalen in Weiß-Blau. Man könnte auch sagen: Wahlschlappen.



Renate Künast (Grüne) hat mit ihrer Aktion, Beschwerde gegen die Nutella-Werbung während der Fußball-WM einzulegen, für Aufregung gesorgt. Im Netz schrieb einer ironisch, der Nutella-Verbrauch von Kindern sei eines der Hauptprobleme des Landes, und man müsse sich darum kümmern. Daraufhin schaltete sich endlich ein SPD-Mann in die Debatte ein – Johannes Kahrs, Haushaltsexperte. Er muss es also wissen. Kahrs twitterte: „Grins, ich kümmere mich fast jeden Morgen darum.“ Wenn das die Künast wüsste.

Der parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Jan Korte, veröffentlichte jetzt eine interessante Pressemitteilung. Anlass war der Besuch von Kanzlerin Angela Merkel in einem Paderborner Pflegeheim. Und so forderte Korte in seinem Text, mit dem Prinzip der „Profimaximierung“ im Pflege- und Gesundheitswesen endlich Schluss zu machen. Dabei sind Profis eigentlich ganz nützlich. Nicht nur in der Pflege. Auch Pressemitteilungen könnten von ihnen profitieren…