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Posthume Post

Meinung: Posthume Post

Meinung:

Posthume Post

Von Pia Rolfs

Die Welt der Post ist voller Geheimnisse. Stichwort Nachsendeantrag. Wer umzieht, das überlebt und für ein Jahr seine Post nachgeschickt haben will, zahlt dafür 24,90 Euro. Verstirbt aber jemand und seine Post wird an die Adresse der Angehörigen weitergeleitet, kostet der gleiche Service 79,99 Euro. Wie kann das sein? Undenkbar ist, dass die Post die Angehörigen abzockt, die bei einem Sterbefall eh oft überfordert sind. Daher liegt die Vermutung nahe: Für die 80 Euro erhält der Verstorbene bei jeder Sendung noch eine Benachrichtigung ins Jenseits. Da niemand weiß, wo das liegt und manchmal sogar eine Geisterbeschwörung zur Adressermittlung nötig ist, geht das natürlich ins Geld. Die enge Verbindung von Post und Jenseits würde auch andere Phänomene erklären. So verschwinden manche Briefe in dieser Welt, warten dafür in der nächsten aber bestimmt auf Abholung. Darüber können sich manche Kunden freuen. Aber erst - und das Wort verrät ja wohl alles - posthum.