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Berliner Notizen
Von Müttern und Generälen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Gregor Gysi – er war es wirklich! Am Mittwoch der vergangenen Woche hielt der frühere Fraktionschef der Linken mal wieder eine Rede im Bundestag. Zur Außenpolitik. Ein Thema, mit dem er früher nicht unbedingt aufgefallen ist. Von Hagen Strauss

Gysi war kürzlich vorgeworfen worden, er schwänze zu oft und kümmere sich zu viel um anderes. Und irgendwie hatte man tatsächlich den Eindruck, dass da nicht mehr der alte Gregor am Pult stand. Der mit Witz und Esprit. Oder um einen Zuruf aus der Union zu zitieren: „Gähn!“

Peter Altmaier ist ledig. Und Feminist. Respekt. Der Wirtschaftsminister aus dem Saarland verriet jetzt bei einer Podiumsdiskussion, er interessiere sich sehr für starke weibliche Persönlichkeiten und lese viel zu dem Thema. Im wahren Leben hätten ihn zwei Frauen beeinflusst, so Altmaier: seine Mutter, eine ehemalige Krankenschwester, und Angela Merkel, noch Vorsitzende der CDU und bald ehemalige Bundeskanzlerin. Man könnte auch sagen: Mutti 1 und Mutti 2.



Lars Klingbeil, SPD-Generalsekretär, hatte es früher schwer. Der Vater seiner ersten Freundin, erzählte er kürzlich, sei Offizier gewesen, er aber nur Sohn eines Unteroffiziers der Bundeswehr. „Das war eine verbotene Beziehung“, so der heutige (SPD-)General. „Wir haben uns dann heimlich getroffen.“ Zwei Jahre ging die Sache damals gut. „Wie alt er damals gewesen ist?“ Süße „16“, bekannte der Politiker. Ledig ist Klingbeil übrigens immer noch – steht jedenfalls im Bundestagshandbuch.

In der Haushaltswoche des Bundestages wird im Parlament viel debattiert, und manchmal wundert man sich, was Abgeordnete bei der Erörterung der Zahlen so alles umtreibt. Zum Beispiel Unionsfrau Gitta Connemann. Sie philosophierte in der Debatte über die Kulturausgaben des Bundes wie folgt: „Wieso soll ein Museum der Moderne zum Beispiel nicht auch in Bochum stehen können? Eine Frage, die man sich stellen sollte.“ Ja, wieso denn nicht? Schon mal in der Ruhr-Metropole Bochum gewesen?