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Moskau lehnt Denkmal für Kreml-Kritiker Nemzow ab

Moskau. Die für Denkmäler in Moskau zuständige Kommission hat es gestern abgelehnt, auf einer Brücke ein Mahnmal für den dort ermordeten Kremlkritiker Boris Nemzow zu errichten. Ein solches Denkmal werde "nicht an den Mann erinnern, sondern an seine Ermordung. afp

Und wer braucht das?", zitierte gestern Abend die Nachrichtenagentur Interfax den Kommissionsvorsitzenden Lew Lawrenow. Nemzows einstige Verbündete kritisierten die Entscheidung: Sie sei eine "Beleidigung nicht nur für das Gedenken an Boris, sondern auch für die vielen Moskauer, die ihm Respekt zollen und Mitgefühl mit ihm zeigen", sagte der Oppositionspolitiker Ilja Jaschin. Der 55-jährige Nemzow war in der Nacht zum 28. Februar auf der Brücke mitten in Moskau erschossen worden. Der ehemalige Vize-Ministerpräsident unter Präsident Boris Jelzin war einer der prominentesten Widersacher von Staatschef Wladimir Putin.