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Glosse
Hardcore-Morgenmuffel

Ein gefürchtetes Wesen lauert an Frühstückstischen, Tag für Tag. Es wirkt harmlos-schläfrig, kann aber unverhofft aggressiv werden, wenn es von putzmunteren Artgenossen angesprochen wird. Erfahrene Opfer ahnen schon: Die Rede ist vom Morgenmuffel. Von Pia Rolfs

Wie viele dazugehören, lässt sich nicht einwandfrei feststellen. Ziehen sich doch viele Morgenmuffel in die gedankliche Höhle zurück. Manche leben allein, andere können lange schlafen und begegnen daher Nichtmorgenmuffeln niemals in deren natürlichem Terrain.

Ein kleiner Anhaltspunkt ist natürlich die eigene Einschätzung. Nach einer neuen Umfrage halten sich in den Morgenstunden 43 Prozent nicht gerade unterhaltsam – also für mäßige Muffel. Hardcore-Muffel sind dagegen 30 Prozent. Sie wollen vor dem Kaffeetrinken nicht angesprochen werden – und auch hinterher vermutlich nur mit „Möchtest Du noch einen Kaffee?“

All das spricht eigentlich gegen das frühe Aufstehen, vielleicht sogar gegen das Aufstehen überhaupt. Das sind natürlich keine guten Nachrichten für Wagenknechts Sammlungsbewegung. Oder ist Lafontaine der Morgenmuffel?