| 23:54 Uhr

Glosse
Mobbende Mücken

Die Belästigungsdebatte muss ganz neu geführt werden. Denn in diesem Sommer wird glücklicherweise nicht jeder Mensch sexuell belästigt. Die große Mehrheit aber mückuell. Und dass es dieses Wort nicht einmal gibt, ist ein weiterer Missstand.

So hat es die Mücke offenbar geschafft, ihre Attacken als selbstverständlich darzustellen. Dabei geht sie in Wirklichkeit besonders skrupellos vor. So stürzt sie sich nachts, wenn ihr Opfer arg- und wehrlos ist, auf jeden Zentimeter nackte Haut. Das verletzt nicht nur die Intimsphäre. Sie begeht auch einen skrupellosen Blutraub, der den durch Boris Becker einst bekannt gewordenen Raub anderer Körperflüssigkeiten weit in den Besenkammer-Schatten stellt. Und hat der Mensch den winzigen Täter schließlich bemerkt, bringt dieser ihn mit perfidem Summen um Schlaf und Verstand.

Damit aber nicht genug. Die mobbende Mücke demütigt ihre Opfer auch noch, in dem sie sie, markiert am ganzen Körper, pubertär verpickelt wirken lässt. Wenn diese Menschen am nächsten Tag aber radikale Mückenschutzmaßnahmen vorschlagen, glauben Dritte: Die haben ja einen Stich. Und das Schlimme ist: Das stimmt auch noch.