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Glosse
Fette Zimmerpflanzen

Der Trend ist klein, manchmal stachelig und an den Enden sehr fleischig. Und bevor jemand nun gleich versucht, seinen Körper in diese Richtung zu formen: Es geht um Sukkulenten. Von Pia Rolfs

Die Zimmerpflanzen, früher bisweilen diskriminierend „Fettpflanzen“ genannt, haben nach Ansicht von Lifestyle-Experten die Wohnräume erobert. In sozialen Netzwerken wie Instagram sind sie wahre Stars. Kein Wunder, liegen doch die Vorteile auf der durchpieksten Hand: Die Sukkulente braucht wenig Wasser und viel Licht – ist also der ideale Gefährte für den Klimawandel. Zudem wirkt sie, zumindest in kleinem Zustand, sehr putzig. Sie ist also quasi der Pandabär unter den Zimmerpflanzen, nur wesentlich vermehrungsfreudiger. Bleibt die Frage, wie die Entwicklung weitergeht. Vermutlich werden sich smarte Sukkulenten bald in neuen Netzwerken wie Sukkunet über den Menschen austauschen. Und dabei feststellen: Der meint es nicht böse, der will nur  gießen. Oft viel mehr, als die Sukkulente braucht und möchte. Denn was das Einfühlungsvermögen angeht, ist beim Menschen noch viel Luft nach oben. Oder wie kritische Kakteen sagen: viel Luftwurzel nach oben.