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Berliner Notizen
Lass es mal krachen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Ursula von der Leyen muss noch überzeugen, um EU-Kommissionspräsidentin zu werden. Von Hagen Strauss

Dass die CDU-Frau unerschütterlich ist, zeigt ihr asketischer Lebensstil. Sie isst kaum Fleisch, Alkohol ist tabu. Von ihr ist übrigens der schöne Satz überliefert: „Heute lasse ich es mal krachen und trinke Wasser mit Sprudel.“ Jeder, wie er will. Nun fragt man sich aber, wer eigentlich im Moment das Ministerium leitet, wenn die Chefin ständig in Brüssel und Straßburg ist. Ganz einfach: die vier Staatssekretäre.

Andreas Scheuer, Maut-Minister, ist sportlich gesehen ein Ass. Am Rande einer Veranstaltung im Verkehrsministerium erzählte der Bayer von seiner Basketballkarriere. In jungen Jahren war er ziemlich gut und erfolgreich als Korbwerfer unterwegs. Mit Karrierechancen, am Ende wurde es aber doch die Politik. Ab und an juckt es den Minister freilich immer noch, ein paar Bälle zu werfen. Dann geht es unweit des Ministeriums auf einen Basketballplatz. Scheuers Gegner ist dann: sein kerniger Fahrer.



Steffen Seibert, Regierungssprecher, hat ab und an ein Vermittlungsproblem. Er darf nicht alles sagen, und er will nicht alles sagen. Der neuerdings so berühmte Youtuber Rezo kritisiert Seibert persönlich, weil er ihn nicht verstehe. Nun kann es auch sein, dass dies an Rezo liegt. Aber gut. Seibert wurde jetzt danach gefragt: „Nehmen Sie diese Kritik an?“ Es gehe nicht darum, wie Rezo ihn finde, antwortete Merkels Sprecher. Zusatzfrage: „Werden Sie Ihre Sprache umstellen?“ Seibert: „Warten Sie es ab.“

Das wird sich noch zeigen. Julia Klöckner meinte am Mittwoch bei der Vorstellung der Ergebnisse zu den gleichwertigen Lebensverhältnissen: „Auf dem Acker geht die Post ab.“ Das klang freilich nach einem der berühmten Schmuddelfilme aus den 70er Jahren. War aber nicht so gemeint, logisch. Denn Klöckner bezog den Satz auf die Rolle der Künstlichen Intelligenz in der Landwirtschaft. Ob diesbezüglich tatsächlich die Post abgeht, sei einmal dahingestellt.