| 20:39 Uhr

Kramp-Karrenbauer will Sicherheitszone in Nordsyrien
Ein großer Fehler

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Sicherlich will die deutsche Verteidigungsministerin das Terrain nicht Erdogan, Putin, Assad und Trump überlassen. Das wird sie im Hinterkopf gehabt haben bei ihrem Vorschlag, eine international kontrollierte Schutzzone in Nordsyrien einzurichten. Von Hagen Strauss

Doch das Vorgehen von Annegret Kramp-Karrenbauer ist amateurhaft, politisch vielleicht sogar ihr größter Fehler bisher. Weder hat AKK ihren Plan mit dem Koalitionspartner SPD, noch mit dem Außenminister, auch nicht mit der Schwesterpartei CSU abgestimmt. Lediglich besprochen haben will sie sich mit der Kanzlerin. So verprellt man Freund und Feind. Und das ausgerechnet in einer verteidigungs- und sicherheitspolitisch hoch brisanten Frage. Denn wer wie AKK derart vorprescht, der muss auch bereit sein, in der Region in einem erheblichen Umfang militärisch zu führen. Mit vermutlich tausenden von Soldaten. Für deutsche Verhältnisse wäre das neu und ein bedeutsamer Paradigmenwechsel in der Verteidigungspolitik. Dafür braucht man eine breite Unterstützung, die AKK nun vermutlich verspielt hat. Für eine Verteidigungsministerin ist das schwach.