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Das neue Kabinett von Ursula von der Leyen
Gute Chancen auf mehr Bürgernähe

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Format: jpg KK-Detlef Drewes FOTO: Lorenz
Die künftige europäische „Regierungsmannschaft“ trägt den Stempel von Ursula von der Leyen. Dem Klimaschutz wird höchste Priorität eingeräumt, Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Industriepolitik sind vielversprechend aufgestellt. Von Detlef Drewes

Rechtstaatlichkeit und Demokratie werden hoch angesiedelt. Berücksichtigt man dann noch, dass es ihr gelungen ist, annähernd gleich viele weibliche wie männliche Kandidaten aufgestellt zu haben, darf man von einem guten Anfang sprechen. Dass es noch Ärger um einige Nominierte geben wird, die mit großer Sicherheit vom Europäischen Parlament abgewiesen werden, ist absehbar. Von der Leyen will diese Europäische Union aufwecken, dem Friedensprojekt neuen Schwung verleihen. Brüssel braucht starke Persönlichkeiten. Und diese neue Kommission hat im Großen und Ganzen das Gewicht für einen Aufbruch – wenn die Mitgliedstaaten mitspielen. Noch kann sich von der Leyen von der Woge der Unterstützung aller Staats- und Regierungschefs tragen lassen. Aber sie weiß auch: Wenn wichtige Entscheidungen anstehen, legen sich die „Alpha-Tiere“ bei den EU-Gipfeln nur allzu gerne quer und lassen die Kommission auflaufen. Vielleicht ist deshalb eines der wichtigsten Vorhaben ein Versprechen, das eher unscheinbar daherkommt: Die neuen Kommissare sollen ausschwärmen, nicht nur in die Hauptstädte. Wenn das gelingt, könnte die Union als Ganzes näher an die Menschen rücken. Das wäre, gerade nach dem Debakel um die Bestellung eines Spitzenkandidaten bei der Europawahl zum Kommissionschef, gut und ein Stück Wiedergutmachung.