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Wahlergebnisse in Russland
Im Kleinen ist Bewegung möglich

Bei der Wahl in Russland wähnen sich alle als Gewinner. Aber wer genauer hinsieht, wird feststellen: Die Ergebnisse zeigen viele Verlierer. Trotz der Mobilisierungswelle durch die wochenlangen Proteste in Moskau legt die niedrige Wahlbeteiligung in der Stadt nicht gerade die politische Erweckung der Menschen offen. Von Inna Hartwich

Der Achtungserfolg der Opposition – die mitgliederstärkste Partei „Einiges Russland“ hat einen Drittel seiner Stimmen im Stadtparlament verloren – ist von taktischer Natur. Zu verdanken ist dieser Tritt gegen das Schienbein der Mächtigen Alexej Nawalny. Der Kreml-Kritiker hatte zur „klugen Wahl“ aufgerufen: für jeden stimmen, nur nicht für „Einiges Russland“. Die umstrittene Strategie hat gegriffen. Die Kreml-Partei gilt ohnehin einigen im Land als „faktisch tot“.

Im Kleinen ist also Bewegung möglich. Die Opposition ist angesichts dieser Mini-Schritte hoffnungsvoll. Ihre Tritte lassen das System Putin kurz wackeln. Umfallen wird es aber (vorerst) nicht.