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Trumps Riad-Bekenntnis
Fatale Signalwirkung

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die Welt ist ein gefährlicher Ort. So beginnt Trumps wohl selbst formuliertes Statement zum Freifahrtschein für die saudi-arabische Regimeführung. Ein Satz, der zeigt: Selbst die Supermacht USA sieht sich außerstande zu verhindern, dass Verbündete wie Riad Killerkommandos aussenden, um in einem anderen Staat Regimekritiker töten zu lassen. Von Friedemann Diederichs

Der US-Präsident hat aufgrund seiner intellektuellen Defizite vermutlich gar nicht begriffen, welches Armutszeugnis seine Worte darstellen. Sie sind ein provokanter Offenbarungseid, der Hand in Hand geht mit dem Verfall der moralischen Autorität der USA unter diesem Präsidenten. Trump sieht bei seiner auf den Wirtschafts- und Benzinpreis-Aspekt reduzierten Strategie auch nicht die große Gefahr eines Schmusekurses: Er begibt sich in eine Abhängigkeit von Saudi-Arabien, indem er signalisiert, welche Aspekte ihm beim Miteinander wichtig sind und welche nicht. Der Treueschwur schränkt seine politischen und militärischen Optionen ein, von der fatalen öffentlichen Signalwirkung ganz zu schweigen. Und er wirft die Frage auf, ob der Trump-Clan selbst finanzielle Interessen im Königreich hat.