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Kommentar
Keine leichte Entscheidung

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Das Gesetz zur Neuregelung der Sterbehilfe fand vor vier Jahren zwar eine parlamentarische Mehrheit. Aber wirklich Rechtsfrieden wurde damit nicht hergestellt. Von Stefan Vetter

Die Bestimmungen haben von Anfang an polarisiert. Und die Dinge sind vielschichtig. Unter den Klägern in Karlsruhe sind eben nicht nur umstrittene Sterbebegleiter, sondern auch Palliativmediziner, die sich durch die Regelungen verunsichert fühlen. Die Gesetzesbefürworter haben gestern gesagt, es gehe um Hilfe beim Sterben und nicht um Hilfe zum Sterben. Das klingt gut, aber lässt sich das wirklich immer sauber trennen?

Keiner denkt ernsthaft daran, die sogenannte aktive Sterbehilfe zu erlauben. Aber auch jenseits dieses Tabus ist nicht alles schwarz-weiß. Es gibt Grautöne, die schwer in Paragraphen zu fassen sind. Manche Abgeordnete hätten vor vier Jahren auch am liebsten alles so gelassen, wie es war. Nun also ist Karlsruhe am Zuge. Inwieweit darf das Strafrecht in das Selbstbestimmungsrecht für ein menschenwürdiges Lebensende eingreifen? Diese Frage müssen die obersten Richter am Ende beantworten. Zweifellos eine überaus schwierige Entscheidung.