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Kommentar
Krokodilstränen eines Hardliners

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Wladimir Putin ist immer trefflich gelaunt, wenn er sich der Öffentlichkeit stellt. Er bringt meist auch gute Kondition und Ausdauer mit. Auch auf der Jahrespressekonferenz präsentierte sich der russische Präsident nicht wie ein scharfer Krieger. Von Klaus-Helge Donath

Obwohl das viele von ihm erwartet hatten. Er empfahl sich den Sympathisanten im In- und Ausland vielmehr als umsichtiger und rationaler Politiker. Der einzige auf der Welt – eigentlich, so suggerierte er. Der Kremlchef beklagte das Ende der Rüstungskontrolle und des INF-Vertrags für Mittelstreckenraketen.

Dennoch wird sich der russische Hardliner Putin nicht an das Ultimatum des Westens halten. Anfang Februar müsste Moskau demnach Details offenlegen, mit denen es dieses Abkommen unterläuft. Russland könnte indes mit dem Vertragsende leben und rüstungstechnisch neue Fakten schaffen. Allemal besser, als mit den Geheimnissen herauszurücken, nach Logik des Kreml. Deren Existenz setzt die Gegenseite eher unter Druck. Der Kreml vergießt hingegen lediglich Krokodilstränen.