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Zur Schul-Gewalt in Paris
Das Lernziel heißt Respekt

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Sollen Frankreichs Schulen zu Hochsicherheitszonen werden? Bildungsminister Blanquer schließt Metalldetektoren und Überwachungskameras nicht aus. Und zwar, um die Lehrer vor denen zu schützen, die sie eigentlich unterrichten sollen: den Schülern. Von Christine Longin

Die nehmen sich zu viel heraus, wie Lehrer nach dem Vorfall in Paris massenhaft berichten. Sie sehen sich als Opfer aufsässiger Teenager wie ihrer Vorgesetzten, die lieber wegschauen, als Täter zu bestrafen. Auf solche Missstände sind Kameras und Wachpersonal die falsche Antwort. Das zeigt das Beispiel der Polizei. Auch da werden Beamte immer häufiger beschimpft und angegriffen. Erst Ende September starb der Polizeichef der südfranzösischen Stadt Rodez am helllichten Tag nach einer Messerattacke. Solche Angriffe senden ein alarmierendes Signal aus: Es fehlt an Respekt. Vor den Vertretern des Staates, aber auch untereinander. Kindern wieder mehr Respekt beizubringen, ist eine Herkulesaufgabe, die Eltern ebenso leisten müssen wie Schulen. Der Bildungsminister sollte überlegen, wie er seine Lehrer unterstützen kann. Die Sicherheitsschleusen kann er sich sparen.