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Kommentar
Es fehlt an Struktur und an Kontrollen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Da ist Verkehrsminister Andreas Scheuer wohl zu optimistisch gewesen. Von wegen, E-Scooter sind eine Alternative zum Auto für den kurzen Weg zur Arbeit oder von A nach B. Bisher sind sie es klar nicht. Von Hagen Strauß

Eher scheinen die „Elektrokleinstfahrzeuge“ in den großen Städten etwas für Touristen und Spaßbrüder zu sein. Zu Scheuers Ehrenrettung muss man allerdings sagen: Der einzige Markt, der in den letzten zwei Monaten in Gang gekommen ist, ist der der Ausleih-Scooter. Denn wer als Privatmann einen E-Roller mit Straßenzulassung kaufen will, muss noch ganz schön tief in die Tasche greifen. Das dürfte viele abschrecken. Die Dinger stehen jedenfalls in der Gegend herum und versperren anderen den Weg. Viele Nutzer brettern mit ihnen über die Bürgersteige, nicht selten alkoholisiert. Das kann man zum Beispiel jeden Tag in Berlin erleben. Es fehlt an Regeln, an Struktur, wie und wo die Scooter nach dem Benutzen hingestellt werden dürfen. Was es aber noch weniger gibt, sind Kontrollen. Mehr Konsequenz ist da dringend notwendig.

Hinzu kommt, dass die Verkehrsräume ziemlich umkämpft und die Tretroller nun noch dazugekommen sind. Neue Konflikte sind also programmiert. Es liegt an den Kommunen, das zu ändern. Was aber kostspielig ist und dauern wird. Kurzfristig sollten die Städte deshalb mit den Verleihfirmen Vereinbarungen schließen, um die Anzahl der Tretroller zu begrenzen. Auch müssen die Kunden künftig viel besser über die Verkehrsregeln informiert werden. Ansonsten geht das E-Scooter-Chaos weiter.