| 22:50 Uhr

Russland und China nicht vergessen
Kein Iran-Deal mit Pjöngjang

Im dem Konflikt um Nordkorea verfolgen Russland und China weiter handfeste Interessen, von denen Pjöngjang kräftig profitiert. Zunächst Peking: Eine Schwächung von Machthaber Kim Jong Un bis hin zu einer denkbaren Vereinigung mit Südkorea würde Chinas Führungsposition erheblich schwächen.

Und Moskau: Alles, was die USA auf der Weltbühne beschäftigt hält, ist dem Kreml nur recht. Das sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel bedenken, wenn sie von einem potenziellen „Deal“ mit Nordkorea im Stil der Iran-Atomverträge träumt. Beide Länder werden eine Schwächung von Kim unter keinen Umständen zulassen. Ein „Deal“, bei dem Pjöngjang erhebliche Zugeständnisse einfordern würde, wäre eine zum Scheitern verurteilte Strategie. Denn was auch Merkel gerne vergisst: Erst der Bruch eines Abkommens, das der frühere US-Präsident Bill Clinton im Jahre 1994 mit dem Regime geschlossen hatte, brachte Nordkorea in den Besitz von Atombomben. Und das wird sich durch nichts wegverhandeln lassen.