| 22:10 Uhr

Glosse
Karneval mit Mundschutz

Von Pia Rolfs

Was war es doch mal ehedem in Köln und Mainz ach so bequem. Im Karneval gab jeder Bützchen oder dem andern was aufs Mützchen. Doch Erst’res ist nun eingeschränkt, weil jeder an Corona denkt.

Es profitiert, so auf die Schnelle, eigentlich nur der Kriminelle. Wenn er sein Opfer fest anhustet, gilt das jetzt schon als weggepustet. Dann flieht der Arme, schreit „oh weh!“ oder gibt gleich sein Portemonnaie.

Doch auch zu vielen andr’en Zwecken sollte der Narr den Mund bedecken. Droht doch nicht nur der Keim von außen, auch manches Wort gelangt nach draußen. An einem Tag ist man noch mit vorn, am nächsten Tag rollt schon der Shitstorm.



Sehr gut weiß das die AKK, die bis vor kurzem mal was war. Nun hat sie sich selbst abserviert – mit Mundschutz wär’ das nicht passiert.

Und auch das Bütten-Publikum kommt um den Mundschutz nicht herum. Denn ist dieser erst mal angebracht, fällt gar nicht auf, wenn man nicht lacht. Und selbst der Satz „das ist ja mau“, klingt dadurch fast schon wie „helau!“