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Schräges aus der Hauptstadt
Von Königinnen und SPD-Schäfchen

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Queen Mum, also die Mutter der britischen Königin, hat eine Nachfolgerin. Und die heißt Julia Klöckner. Die Landwirtschaftsministerin kürte jetzt ihre Namensvetterin Carolin Klöckner zur 70. Deutschen Weinkönigin.

Da wurden Erinnerungen wach. Julia Klöckner war 1995 selbst einmal zur Weinkönigin gewählt worden, genau in dem Jahr, als Carolin Klöckner geboren wurde. Verwandt sind beide nicht. Nur so viel: „Ich fühle mich ein bisschen als Queen Mum“, so die Ministerin. Dabei ist sie gerade mal 45.

 

Lars Klingbeil hat so seine liebe Mühe, bei seinen SPD-Schäfchen auch mal für Ruhe zu sorgen. Jetzt wurde bekannt, dass der Generalsekretär eine SMS an seine lieben Parteifreunde in der SPD-Führung verschickt hat, als es in der Union nach der Abwahl von Fraktionschef Kauder drunter und drüber ging. Also schrieb Klingbeil dem Vernehmen nach: „Das Desaster liegt bei denen. Die müssen sich erklären. Mehr müssen wir die nächsten zwölf Stunden nicht machen.“ Ein Wort folgte noch – ein flehendes: „Bitte.“ Hat weitgehend geklappt.



 

Es ist aber auch zum Mäusemelken
mit der Koalition. Sie kommt nicht zur Ruhe. Das nervt auch CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer. Sie räumte jetzt ein, die Koalition habe zuletzt jede Menge „Realsatire“ aufgeführt. Auf die Frage, wer denn unter den Koalitionären diesbezüglich der Begabteste sei, antwortete „AKK“, das Rennen sei noch nicht entschieden. „Aber es gibt den einen oder anderen Favoriten aus einem südlichen Bundesland ...“

 

Rund um den Tag der Deutschen Einheit muss man einfach mal anmerken, dass viele Ostpolitiker gar nicht mehr als solche erkannt werden wollen. Zum Beispiel Angela Merkel oder Sahra Wagenknecht, die quasi unsichtbar als Ostdeutsche geworden sind. So hielt es lange auch die aus Thüringen stammende Katrin Göring-Eckardt. Die Grüne erklärte jetzt, warum: „Ich habe immer gedacht: Ich bin ja nicht die Ostbeauftragte der Grünen, sondern mache Politik für den gesamten Laden.“ Inzwischen sieht sie das anders. Wenn’s hilft.