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Neuer Vertrag?
Immer die alte Bonn-Hudelei

FOTO: SZ / Roby Lorenz
Die NRW-Landesregierung und die Stadt Bonn drängen darauf, den von der Koalition versprochenen „Bonn-Vertrag“ zu verhandeln. Doch Innenminister Horst Seehofer meinte dazu bisher nur, man müsse „Strukturpolitik aus Gesamtsicht“ machen. Von Werner Kolhoff

Ein Satz wie eine Provokation. „Gesamt­sicht“ würde bedeuten, vielleicht Behörden aus Bonn in die sterbenden rheinischen Kohlereviere umzusiedeln.  „Gesamt­sicht“ hieße im Jahre 30 nach dem Mauer­fall ganz sicher auch, den Krampf eines zweiten Regierungssitzes aufzugeben. Oder die Flugbereitschaft an ihren Einsatzort, Berlin, zu verlagern. Wohlgemerkt, Berlin braucht die Arbeitsplätze nicht, die Stadt ist voll genug. Es geht nur um die Frage, ob man solche Strukturentscheidungen endlich mit Vernunft trifft, statt mit der alten Bonn-Hudelei. Norbert Blüm sagte einst: „In Bonn gehen die Lichter aus“, was eine Lüge war. Es wäre an der Zeit, dass manchem dort auch mal ein paar Lichter wieder aufgehen.