| 20:42 Uhr

Glosse
Vorsicht, frohe Weihnachten!

Kurz vor der Bescherung tut der Bundesbürger das, was er eigentlich am liebsten mag: Warnen! Denn schließlich wäre Weihnachten nur halb so schön, wenn nicht vorher alle möglichen Gefahren an die Wand gemalt würden. Von Pia Rolfs

So warnen die einen vor echten Kerzen am Baum, die anderen vor lebenden Tieren darunter und die Gesundheitsapostel vor dem fetten Essen. Geschenke und Angehörige, die beide schon für sich genommen höchstes Gefahrenpotenzial bedeuten, treffen zudem beim Fest aufeinander! Zudem warnt die Bundesnetzagentur vor vernetztem Spielzeug. Und das vermutlich, wenn es schlau ist, umgekehrt auch bald vor der Bundesnetzagentur. Kein Wunder also, dass auf manchen bunten Tellern schon die Gesamtwarnstufe Orange ausgerufen wird – auch wenn manche glauben, es handele sich dabei nur um Clementinen.

Und wer heute noch immer nicht besorgt genug ist, sollte sich Kurt Tucholskys Spruch vergegenwärtigen: „Nichts ist so schwer zu ertragen wie eine Reihe von guten Tagen“. Denn dann erkennt er endlich auch die versteckte Warnung in dem Wunsch, der auch hier nicht fehlen darf: „Frohe Weihnachten!“